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Recht

Wege und Straßen am Grundstück

Erschließung und Haftung für Vermieter

Alles über Wege und Straßen an deinem Grundstück in Österreich. Erfahre alles über Haftung, was beim Wegerecht gilt und welche Kosten anfallen.

Johannes Reichl

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Asphaltierte Zufahrt und gepflasterter Gehweg auf einem modernen Wohngrundstück mit gepflegten Hecken und Einfamilienhaus. Die fotorealistische Aufnahme zeigt die Erschließung des Grundstücks bei sonnigem Tageslicht. KI generiertes Bild.
Asphaltierte Zufahrt und gepflasterter Gehweg auf einem modernen Wohngrundstück mit gepflegten Hecken und Einfamilienhaus. Die fotorealistische Aufnahme zeigt die Erschließung des Grundstücks bei sonnigem Tageslicht. KI generiertes Bild.

Wege und Straßen am Grundstück

Erschließung und Haftung für Vermieter

Asphaltierte Zufahrt und gepflasterter Gehweg auf einem modernen Wohngrundstück mit gepflegten Hecken und Einfamilienhaus. Die fotorealistische Aufnahme zeigt die Erschließung des Grundstücks bei sonnigem Tageslicht. KI generiertes Bild.

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Einleitung

Ein eigenes Grundstück ist eine tolle Sache, aber die Wege und Straßen rundherum können dir als Vermieter:in schnell Kopfzerbrechen bereiten. Wer ist eigentlich verantwortlich, wenn im Winter jemand auf dem Gehsteig vor deinem Haus ausrutscht? Wie stellst du sicher, dass die Zufahrt zu deinem Mietobjekt rechtlich abgesichert ist, auch wenn der Weg über fremden Grund führt? In Österreich gibt es dafür klare Regeln, die im ABGB und in den jeweiligen Bauordnungen der Bundesländer sowie in der Straßenverkehrsordnung und in verschiedenen Landesgesetzen festgeschrieben sind. Von der Erschließung deines Baugrunds bis zur lästigen Schneeräumung gibt es einiges zu beachten, damit du rechtlich auf der sicheren Seite stehst und unnötige Kosten vermeidest. In diesem Ratgeber schauen wir uns an, wie du diese Themen professionell handhabst.

Das Wegerecht und die Servitute

Wenn dein Grundstück nicht direkt an eine öffentliche Straße grenzt, brauchst du ein Wegerecht. In Österreich nennen sich das eine Dienstbarkeit oder ein Servitut. Geregelt ist das im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB). Es gibt dir das Recht, über ein fremdes Grundstück zu gehen oder zu fahren, um zu deinem eigenen Objekt zu gelangen. Das ist für dich als Vermieter:in essenziell, denn ohne gesicherte Zufahrt ist deine Immobilie kaum etwas wert und lässt sich nur schwer vermieten.

Ein großer Stolperstein ist die sogenannte Ersitzung. Unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen kann ein Wegerecht auch durch Ersitzung entstehen. Wenn jemand einen Weg über dein Grundstück 30 Jahre lang regelmäßig und gutgläubig nutzt, ohne dass du widersprichst, entsteht möglicherweise ein rechtlich bindendes Wegerecht. Dafür genügt die bloße Nutzung eines Weges über viele Jahre jedoch nicht automatisch. Dieses Wegerecht gilt sogar dann, wenn nichts im Grundbuch steht. Umgekehrt solltest du als berechtigte Person darauf drängen, dein Wegerecht im Grundbuch eintragen zu lassen. Nur so bist du auch dann geschützt, wenn das Nachbargrundstück verkauft wird und die neue Eigentümerschaft plötzlich nichts mehr von der alten Abmachung wissen will.

  • Grundbucheintragung – Das Servitut sollte im C-Blatt (Lastenblatt) des belasteten Grundstücks stehen.

  • Umfang festlegen – Kläre genau, ob es sich um ein reines Gehrecht oder auch um ein Fahrrecht für Autos und LKWs handelt.

  • Erhaltungskosten – Vereinbare schriftlich, wer für die Instandhaltung des Weges aufkommt, um Streitigkeiten mit den Nachbarn zu vermeiden.

Wichtig: Ein Wegerecht darf nicht eigenmächtig erweitert werden. Wenn du beispielsweise ein Einfamilienhaus in ein Mehrparteienhaus umbaust, erhöht das die Frequenz auf dem Servitutsweg erheblich. Die Nachbarschaft muss diese Mehrbelastung nicht immer klaglos hinnehmen.

Lesetipp: Grundbuch verstehen - Der Leitfaden für Vermieter in Österreich

Ruhige Wohnstraße auf einem modernen Grundstück mit asphaltierter Fahrbahn, gepflastertem Gehweg und hochwertiger Begrünung. Die fotorealistische Aufnahme zeigt Wege und Straßen als Teil der Grundstückserschließung in einem Wohngebiet. KI generiertes Bild.
Ruhige Wohnstraße auf einem modernen Grundstück mit asphaltierter Fahrbahn, gepflastertem Gehweg und hochwertiger Begrünung. Die fotorealistische Aufnahme zeigt Wege und Straßen als Teil der Grundstückserschließung in einem Wohngebiet. KI generiertes Bild.

Haftung und Winterdienst – Wer schaufelt den Schnee?

Das Thema Haftung ist für Vermieter:innen in Österreich ein heißes Eisen. Laut § 93 der Straßenverkehrsordnung bist du als Eigentümer:in einer Liegenschaft im Ortsgebiet verpflichtet, Gehsteige und Gehwege entlang deines Grundstücks in der Zeit von 6 bis 22 Uhr von Schnee zu räumen und bei Glatteis zu bestreuen. Die Pflicht gilt für Gehsteige, die höchstens drei Meter von deiner Grundstücksgrenze entfernt liegen, und zwar auch an Sonn- und Feiertagen. Ist gar kein Gehsteig vorhanden, musst du den Straßenrand auf einer Breite von einem Meter räumen. Passiert ein Unfall, weil nicht geräumt wurde, kann eine zivilrechtliche Haftung und, in Ausnahmefällen, auch eine strafrechtliche Verantwortung entstehen.

Wichtig ist dabei der Haftungsmaßstab. Anders als bei der allgemeinen Wegehalterhaftung nach § 1319a ABGB, die nur bei grober Fahrlässigkeit greift, haftest du beim Winterdienst nach § 93 StVO bereits für leichte Fahrlässigkeit. Ein einziger übersehener Glatteisfleck kann also genügen. Genau deshalb ist die saubere Übertragung der Räumpflicht so wichtig. Unabhängig vom Winterdienst kann auch die allgemeine Wegehalterhaftung nach § 1319a ABGB relevant sein. Welche Haftungsmaßstäbe gelten, hängt davon ab, ob die Haftung aus der StVO oder aus der Wegehalterhaftung abzuleiten ist.

Die gute Nachricht ist, dass du diese Pflicht i.d.R. übertragen kannst. Das ist besonders bei Mietobjekten üblich, bei denen du nicht selbst vor Ort bist. Du kannst entweder ein professionelles Winterdienst-Unternehmen beauftragen oder die Räumpflicht vertraglich an deine Mieter:innen weitergeben. Damit die Übertragung rechtlich klar geregelt ist, muss sie eindeutig im Mietvertrag formuliert sein. Die vertragliche Übertragung muss dabei klar, zumutbar und organisatorisch nachvollziehbar ausgestaltet sein. Aber Achtung, eine reine Klausel im Vertrag entbindet dich nicht komplett von deiner Kontrollpflicht. Du musst stichprobenartig prüfen, ob der Räumpflicht auch wirklich nachgekommen wird. Die Intensität dieser Kontrollpflicht richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls.

Wege der Haftungsübertragung im Vergleich

Option

Vorteil für dich

Risiko / Nachteil

Winterdienst-Firma

Übernimmt der Betrieb die Pflichten nach § 93 StVO vertraglich, eine vollständige Entlastung der Eigentümerseite tritt jedoch nicht automatisch ein.

Höhere Betriebskosten, die auf die Mieter umgelegt werden müssen.

Übertragung auf Mieter

Keine zusätzlichen Kosten für die Bewirtschaftung.

Deine Auswahl- und Kontrollpflicht bleibt, die Haftung wandert nicht vollständig ab.

Selbst erledigen

Volle Kontrolle über den Zustand der Wege.

Hoher zeitlicher Aufwand und volle Eigenhaftung im Ernstfall.

Tipp: In vielen österreichischen Gemeinden gibt es Verordnungen, die genau vorschreiben, welche Streumittel erlaubt sind. Viele Gemeinden beschränken oder verbieten den Einsatz von Auftausalz, um die Umwelt und die Pfoten von Haustieren zu schonen. Informiere dich vorab bei deiner Gemeinde, um Bußgelder zu vermeiden.


Wichtig: Halte schriftlich fest, wann und wie du deine Kontrollpflicht ausgeübt hast, um im Ernstfall eine lückenlose Dokumentation vorweisen zu können. Prüfe zudem regelmäßig deinen Versicherungsschutz und stelle sicher, dass deine Haftpflichtversicherung Unfälle auf Gehwegen ausreichend abdeckt. Wenn deine Mieter:innen die Räumung übernehmen, empfiehlt es sich in der Praxis geeignetes Räum- und Streumatrieal bereitzustellen und die Bereitstellung eindeutig vertraglich zu regeln.

Lesetipp 1: Winterdienst & Schneeräumung - Was Vermieter wissen müssen.

Lesetipp 2: Welche Haftpflicht dich als Vermieter wirklich schützt

Erschließung und Kosten – Was die Gemeinde von dir verlangt

Bevor du auf deinem Grundstück überhaupt den ersten Bagger rollen lassen kannst, muss es in vielen Fällen zumindest ausrechend erschlossen sein. Das bedeutet, dass es an das öffentliche Wegenetz und die Versorgungsleitungen angebunden wird. In Österreich kommen hier die sogenannten Aufschließungsbeiträge oder Aufschließungsabgaben ins Spiel. Diese Gebühren werden von der Gemeinde eingehoben, um die Kosten für den Bau von Straßen, Gehwegen, der Straßenbeleuchtung und der Oberflächenentwässerung zu decken.

Die Höhe dieser Kosten variiert je nach Bundesland und Gemeinde deutlich. Oft wird ein fixer Quadratmetersatz mit der Grundstücksfläche und einem Faktor für die Bebauungsdichte multipliziert. Die Berechnung erfolgt nach den jeweiligen landesrechtlichen Bestimmungen. Für dich als Vermieter:in ist das ein wesentlicher Teil deiner Anschaffungskosten, den du in deiner Renditekalkulation unbedingt berücksichtigen musst.

Kostenfaktoren bei der Erschließung

Kostenpunkt

Wer zahlt?

Besonderheit

Aufschließungsabgabe

Grundeigentümer:in

Einmalige Zahlung an die Gemeinde.

Hauszufahrt

Grundeigentümer:in

Kosten für die Befestigung auf dem eigenen Grund.

Gehsteigbau

Grundeigentümer:in, Gemeinde oder ein Kostenbeitrag

Oft durch die jeweilige Bauordnung der Länder vorgeschrieben.

Straßenbeleuchtung

Gemeinde, möglich auch über Kostenbeitrag

Die Errichtungskosten werden oft über die Abgabe umgelegt.

Asphaltierte Zufahrt und gepflasterter Gehweg auf einem modernen Wohngrundstück mit gepflegten Hecken und Einfamilienhaus. Die fotorealistische Aufnahme zeigt die Erschließung des Grundstücks bei sonnigem Tageslicht. KI-generiertes Bild.
Asphaltierte Zufahrt und gepflasterter Gehweg auf einem modernen Wohngrundstück mit gepflegten Hecken und Einfamilienhaus. Die fotorealistische Aufnahme zeigt die Erschließung des Grundstücks bei sonnigem Tageslicht. KI-generiertes Bild.

Fazit – Sicherer Zugang und klare Haftung für deine Immobilie

Das Management von Wegen und Straßen rund um dein Grundstück erfordert von dir als Vermieter:in vor allem Weitsicht und eine saubere vertragliche Basis. Indem du Wegerechte frühzeitig im Grundbuch absicherst und die Haftung für den Winterdienst rechtssicher auf Profis oder die Mieterschaft überträgst, minimierst du dein persönliches Risiko erheblich. Auch wenn die Erschließungskosten im ersten Moment eine große finanzielle Hürde darstellen, sind sie eine notwendige Investition in die Wertsteigerung und Nutzbarkeit deines Objekts. Ein gut erschlossenes Grundstück mit klaren Zuständigkeiten sorgt langfristig für weniger Ärger mit Nachbarn und Behörden und sichert dir eine stabile Vermietbarkeit.

Häufig gestellte Fragen zu diesem Thema

Hier findest du alle Antworten auf die wichtigsten Fragen zu diesem Thema.

Wer muss für den Bau des Gehsteigs vor meinem Haus bezahlen?

Was ist der Unterschied zwischen einer Zufahrt und einer Einfahrt?

Kann durch jahrelange Nutzung ein Wegerecht entstehen?

Was passiert, wenn die Nachbarschaft mein Wegerecht blockiert?

Wie hoch sind die Erschließungskosten in Österreich ungefähr?

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Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte wende dich bei rechtlichen Fragen oder individuellen Anliegen an eine qualifizierte Rechtsberatung. Trotz sorgfältiger Recherche kann keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen übernommen werden. Eine Haftung für direkte oder indirekte Schäden, die aus der Nutzung der Informationen entstehen, ist, soweit zulässig, ausgeschlossen. Weitere Hinweise und der vollständige Haftungsausschluss sind im Impressum einsehbar.

Redaktioneller Hinweis: Bei der Erstellung dieses Artikels wurden KI-gestützte Werkzeuge unterstützend eingesetzt. Dies umfasst gegebenenfalls auch die Erstellung, Bearbeitung oder Anpassung von Bildmaterial. KI-generierte Darstellungen können dabei auch fiktive Motive enthalten. Die abschließende redaktionelle Bearbeitung und Veröffentlichung erfolgten durch Flatwise.

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