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Vermietung
Taubenabwehr in Österreich
Die besten Methoden & Rechtslage
Taubenabwehr leicht gemacht: Erfahre, wie du Tauben auf Balkon, Dach und Fassade dauerhaft, tierfreundlich und rechtskonform in Österreich vertreibst.

Veröffentlicht von
Johannes Reichl
Mit KI zusammenfassen
Einleitung
Wer eine Immobilie in der Stadt besitzt, kennt das Problem. Tauben sind zwar friedliche Vögel, aber ihr Kot ist eine echte Belastung für jede Fassade und jeden Balkon. Wenn sich die Tiere erst einmal auf deinen Simsen oder Loggien eingenistet haben, wird es nicht nur unhygienisch, sondern oft auch richtig teuer. Der aggressive Kot greift die Bausubstanz an und Mieter:innen fordern völlig zurecht eine Lösung, wenn sie ihren Außenbereich vor lauter Dreck nicht mehr nutzen können. Doch Vorsicht bei der Abwehr. In Österreich ist das Tierschutzgesetz streng und nicht alles, was im Baumarktregal liegt, ist auch legal oder sinnvoll. In diesem Ratgeber schauen wir uns an, wie du die Vögel dauerhaft vergrämst, ohne mit dem Gesetz oder dem Tierschutz in Konflikt zu geraten.
Welche Abwehr wirklich hilft und was du lieber lässt
Wenn du dich auf die Suche nach Lösungen machst, wirst du von Angeboten erschlagen. Von der Plastikeule bis zum Hochspannungsdraht ist alles dabei. Für dich als Vermieter:in zählt vor allem eines: Die Methode muss wartungsfrei sein und darf kein rechtliches Risiko bergen. In Österreich ist das Tierschutzgesetz sehr klar. Du darfst Tauben vergrämen, also ihnen den Aufenthalt ungemütlich machen, aber du darfst sie nicht verletzen oder töten.
Besonders beliebt, aber oft problematisch, sind die klassischen Spikes. Wenn du diese einsetzt, achte darauf, dass sie fachgerecht montiert sind. Falsch angebrachte Spikes können zur tödlichen Falle für Jungvögel oder Fledermäuse werden, was dir Ärger mit Tierschutzorganisationen einbringen kann. Eine elegantere und oft effektivere Lösung sind Spanndrahtsysteme. Diese sind optisch fast unsichtbar und verhindern das Landen auf Simsen, ohne dass die Fassade wie eine Festung aussieht.
Die gängigsten Systeme im Check
Methode | Effektivität | Optik | Rechtliches Risiko |
|---|---|---|---|
Taubennetze | Sehr hoch | Auffällig | Gering, wenn gut gespannt. |
Spanndrähte | Mittel bis hoch | Dezent | Praktisch null. |
Elektrosysteme | Sehr hoch | Dezent | Erfordert Fachmontage. |
Ultraschall | Gering | Unsichtbar | Gewöhnungseffekt der Tiere. |
Wichtig: Finger weg von Klebepasten oder sogenannten "Bird Gels", die das Gefieder verkleben. Diese Mittel sind in Österreich verboten, da die Tiere darin qualvoll verenden. Als Vermieter:in haftest du im Zweifel für die Installation solcher illegalen Systeme an deinem Gebäude.
Die rechtliche Lage zwischen MRG und Tierschutz
In Österreich ist die Taubenabwehr ein Balanceakt zwischen deiner Erhaltungspflicht als Vermieter:in und dem Tierschutz. Laut Mietrechtsgesetz musst du dafür sorgen, dass das Haus und die Mietgegenstände in einem brauchbaren Zustand bleiben. Wenn Taubenkot die Gesundheit der Mieter:innen gefährdet oder die Nutzung des Balkons unmöglich macht, bist du zum Handeln verpflichtet.
Lesetipp: Wer bei Schädlingen und Ungeziefer die Kosten trägt
Auf der anderen Seite steht das Tierschutzgesetz. Es verbietet in § 6 das Töten von Tieren ohne vernünftigen Grund, und § 5 untersagt es, ihnen ungerechtfertigt Schmerzen oder Leiden zuzufügen. Vergrämung, also das Ungemütlichmachen des Aufenthalts, ist daher zulässig, das Verletzen oder Töten der Tauben dagegen nicht. Genau deshalb sind Qualmethoden wie Klebepasten oder scharfkantige Systeme verboten, mechanische Abwehr wie Netze und Spanndrähte hingegen erlaubt.
Ein zweiter Punkt wird oft übersehen. Solange ein Nest mit Eiern oder Jungvögeln besetzt ist, darfst du es nicht entfernen. Dieser Schutz der Brut ergibt sich nicht aus dem Tierschutzgesetz, sondern aus den Naturschutzgesetzen der Bundesländer. Warte, bis die Jungtiere flügge sind, und sichere die Stelle danach sofort, damit kein neuer Brutzyklus beginnt. Kümmere dich am besten proaktiv darum, das spart dir viel Geld und Nerven, weil du Mietminderungen vermeidest, bevor sie überhaupt zum Thema werden.
Lesetipp: Wie hoch eine Mietzinsminderung ausfallen darf
Tipp: Wenn Mieter:innen eigenmächtig Netze spannen, die das Fassadenbild stören oder Vögel gefährden, solltest du einschreiten. Biete stattdessen eine einheitliche, professionelle Lösung für das ganze Haus an. Das sieht besser aus und schützt dich vor Haftungsansprüchen.
Kosten und Werterhalt – Warum sich Prävention auszahlt
Vielleicht zögerst du noch, Geld in ein Abwehrsystem zu investieren. Doch wenn du die langfristigen Kosten betrachtest, ist die Taubenabwehr eine der rentabelsten Instandhaltungsmaßnahmen für deine Immobilie. Taubenkot enthält Harnsäure, die sich regelrecht in den Putz, in Beton und sogar in Sandstein hineinfrisst. Wenn die Fassade erst einmal großflächig geschädigt ist, reicht ein einfacher Eimer Wasser nicht mehr aus. Dann steht eine teure Fassadensanierung an, die ein Vielfaches einer professionellen Abwehr kostet.
Dazu kommt der hygienische Aspekt. Taubenkot und alte Nester sind Brutstätten für Parasiten wie Milben oder Zecken, die über Lüftungsschächte oder Fenster in die Wohnungen gelangen können. Wenn du hier nicht handelst, riskierst du nicht nur die Gesundheit deiner Mieterschaft, sondern auch den guten Ruf deines Objekts. Eine saubere Immobilie lässt sich zudem deutlich teurer vermieten und erzielt am Markt einen höheren Verkaufspreis.
Reinigung und Desinfektion
Sollte es bereits zu einer Verschmutzung gekommen sein, ist Vorsicht geboten. Getrockneter Taubenkot staubt stark und das Einatmen dieser Partikel kann Krankheiten übertragen. Als Vermieter:in solltest du die Reinigung im Idealfall einem Fachbetrieb überlassen, der den Kot fachgerecht entsorgt und die betroffenen Stellen desinfiziert.
Tipps für dich:
Schutzausrüstung – Wer selbst Hand anlegt, sollte unbedingt eine Atemschutzmaske und Handschuhe tragen.
Nassreinigung – Den Kot niemals trocken abkehren, sondern immer anfeuchten, um Staubentwicklung zu vermeiden.
Fachgerechte Entsorgung – Größere Mengen an Taubenkot gelten in Österreich oft als problematischer Abfall und gehören nicht in den normalen Hausmüll.
Wichtig: Wichtig, die Kosten für Abwehr und Reinigung kannst du in der Regel als Erhaltungsaufwand steuerlich geltend machen. Eine Umlage der laufenden Wartung über die Betriebskosten ist dagegen nur eingeschränkt möglich, weil der Betriebskostenkatalog nach § 21 MRG im Vollanwendungsbereich abschließend ist und die Taubenabwehr dort nicht ausdrücklich vorgesehen ist. Kläre eine geplante Umlage daher vorab rechtlich ab, statt sie allein über eine Mietvertragsklausel zu stützen.
Lesetipp: Welche Kosten sind überhaupt umlagefähig
Fazit
Tauben gehören zum Stadtbild, müssen aber nicht zum Problem für deine Immobilie werden. Der Schlüssel liegt in einem besonnenen und proaktiven Vorgehen. Indem du auf legale, tierschutzgerechte Abwehrsysteme setzt und das Thema Reinigung ernst nimmst, schützt du deine Bausubstanz und sorgst für ein harmonisches Mietverhältnis. Ein rechtzeitiges Investment in Spanndrähte oder Netze spart dir am Ende teure Sanierungen und juristischen Ärger mit Mieter:innen oder dem Tierschutz. Letztlich zeigt ein gepflegtes Haus ohne Taubenbefall, dass du deine Verantwortung als Vermieter:in wahrnimmst und den Wert deiner Investition langfristig sicherst.
Häufig gestellte Fragen zu diesem Thema
Hier findest du alle Antworten auf die wichtigsten Fragen zu diesem Thema.
Darf ich Tauben auf meinem Balkon mit Gift bekämpfen?
Was kann ich tun, wenn ein Mieter die Tauben füttert?
Sind Ultraschallgeräte zur Taubenabwehr sinnvoll?
Wer zahlt für die Reinigung der Balkone bei Taubenbefall?
Wie erkenne ich den Unterschied zwischen Stadttauben und geschützten Wildtauben?
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