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Markt
Immobilienmärkte an Österreichs Grenzen 2026
Slowenien, Italien, Schweiz & Liechtenstein
Wie entwickelt sich der Immobilienmarkt an Österreichs Süd- und Westgrenzen 2026: Vergleiche zwischen Slowenien, Italien, Schweiz und Liechtenstein.

Veröffentlicht von
Edwin Schneider
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Vier Grenzmärkte, vier völlig unterschiedliche Welten
Schon wenige Kilometer hinter Österreichs Süd- und Westgrenze verändern sich die Voraussetzungen für Immobilieninvestments grundlegend.
Von Graz führt die Achse direkt nach Maribor, von Kärnten nach Koroška oder über Villach weiter nach Friaul. Tirol grenzt unmittelbar an Südtirol und über den Alpenraum an Graubünden. Und im äußersten Westen bildet Vorarlberg gemeinsam mit dem Schweizer Rheintal und Liechtenstein einen eng verflochtenen grenzüberschreitenden Wirtschafts- und Arbeitsraum.
Geografisch liegen diese Märkte nahe beieinander. Wirtschaftlich und immobilientechnisch könnten sie jedoch kaum unterschiedlicher sein.
Slowenien ist der aufstrebende Markt in diesem Vergleich. Die Immobilienpreise steigen seit Jahren deutlich und insbesondere Maribor hat zuletzt nochmals an Dynamik gewonnen. Gleichzeitig bleiben die Einstiegspreise in vielen Regionen unter jenen vergleichbarer österreichischer Standorte. Für Vermieter:innen können sich dadurch interessante Möglichkeiten ergeben, vorausgesetzt, Mietnachfrage und Mikrolage stimmen.
Italien ist schwieriger über einen einzigen Markttrend zu erklären. Südtirol gehört zu den knappsten und teuersten Wohnungsmärkten Italiens und ist strukturell teilweise eher mit Tirol als mit dem italienischen Durchschnitt vergleichbar. Nur einige Kilometer weiter östlich trifft man in Friaul-Julisch Venetien auf völlig andere Preisniveaus. Dazwischen liegen die touristischen Dolomitenmärkte rund um Belluno und Cortina, die wiederum nach eigenen Regeln funktionieren.
Die Schweiz bringt einen weiteren Perspektivenwechsel. St. Gallen, das Rheintal und Graubünden bieten wirtschaftlich starke und langfristig stabile Immobilienmärkte, doch die Kaufpreise sind hoch. Für dich als österreichische:n Vermieter:in kommt eine weitere Hürde hinzu: Das Schweizer Recht beschränkt den Erwerb von Immobilien durch Personen mit Wohnsitz im Ausland. Ein attraktives Objekt bedeutet deshalb noch nicht automatisch, dass du es auch als klassische Anlagewohnung erwerben kannst.
Liechtenstein treibt diese Besonderheit noch weiter. Der gesamte Wohnungsmarkt ist kleiner als jener vieler österreichischer Bezirkshauptstädte. Gleichzeitig trifft eine starke Wirtschaft auf wenig verfügbaren Boden und einen nur langsam wachsenden Wohnungsbestand. Auch beim Grundstückserwerb gelten besondere Voraussetzungen. Für einen klassischen Buy-to-let-Vergleich mit Maribor oder Udine ist Liechtenstein deshalb nur sehr eingeschränkt geeignet.
Wir konzentrieren uns auf jene Regionen unmittelbar hinter Österreichs Grenze, die wirtschaftlich und immobilientechnisch tatsächlich mit österreichischen Märkten verbunden sind.
So vergleichen wir die Märkte
Wie bereits im Teil zuvor unterscheiden wir konsequent zwischen Transaktionspreisen, Angebotspreisen und Preisindizes. Gerade bei einem internationalen Vergleich ist das entscheidend: Ein tatsächlicher Verkaufspreis in Slowenien lässt sich nicht ungefiltert mit einem Inseratspreis aus der Schweiz vergleichen.
Für Slowenien konzentrieren wir uns auf Maribor und die Štajerska, Koroška, den nordöstlichen Grenzraum rund um Pomurje sowie Gorenjska im Grenzgebiet zu Kärnten und Tirol. Maribor erhält dabei als größter urbaner Markt nahe Österreichs besondere Aufmerksamkeit.
In Italien betrachten wir drei voneinander klar getrennte Räume: Südtirol mit Bozen als Referenzmarkt sowie Wipptal und Pustertal, die Provinz Belluno mit den Dolomiten und schließlich Friaul-Julisch Venetien mit Tarvis, Udine und den für Kärnten relevanten Grenzregionen. Italien behandeln wir bewusst nicht als einheitlichen Markt, weil die Preisunterschiede zwischen Südtirol, touristischen Dolomitenlagen und Friaul erheblich sind.
In der Schweiz liegt der Schwerpunkt auf dem Kanton St. Gallen und dem Rheintal als unmittelbarem Nachbarmarkt Vorarlbergs sowie auf Graubünden als Grenzmarkt zu Tirol. Touristische Premiummärkte werden dabei getrennt von klassischen Wohn- und Vermietungsmärkten betrachtet.
Liechtenstein teilen wir aufgrund seiner geringen Größe nicht künstlich in zahlreiche Teilmärkte. Im Mittelpunkt stehen Vaduz und Schaan als wirtschaftliche Zentren, Triesen und Balzers sowie das Unterland. Gleichzeitig betrachten wir hier stärker als in den anderen Ländern das Verhältnis zwischen Wohnungsangebot, Bevölkerung, Arbeitsmarkt und den rechtlichen Möglichkeiten eines Immobilienerwerbs.
Lesetipp: Wie sich die Märkte in den anderen Grenzregionen Österreich entwickeln, kannst du in unserem Artikel Immobilienmärkte an Österreichs Grenzen 2026
Auch die Währungen spielen diesmal wieder eine Rolle. Slowenien und Italien verwenden wie Österreich den Euro. In der Schweiz und in Liechtenstein wird dagegen mit dem Schweizer Franken (CHF) bezahlt. Für eine österreichische Vermieterin oder einen österreichischen Vermieter entsteht damit zusätzlich ein Wechselkursrisiko, das bei Kaufpreis, Mieteinnahmen und einem späteren Verkauf berücksichtigt werden muss. Für Angeben zu Wechselkursen stützen wir uns auf den offizielle Werte mit Stichtag des Erscheinens des Artikels.
Wir betrachten nicht einfach den niedrigsten Quadratmeterpreis. Entscheidend ist, wo Kaufpreis, Mietnachfrage, Wertentwicklung, Marktliquidität, rechtliche Zugänglichkeit und Risiko sinnvoll zusammenspielen, damit du als Investor:in und Vermieter:in eine fundierte Entscheidungsgrundlage hast.
Die Grenzmärkte 2026 auf einen Blick
Schon der erste Zahlenvergleich zeigt, wie weit die Märkte südlich und westlich von Österreich auseinanderliegen. Eine gebrauchte Wohnung in Murska Sobota kostet im Median laut dem Statistikamt Sloweniens weniger als 2.000 €/m², während du im touristisch geprägten Kranjska Gora bereits mehr als das Doppelte bezahlst. In Südtirol liegt Bozen nochmals auf einem hohen Niveau, und in den Schweizer Ferienregionen Graubündens erreicht der Markt völlig andere Dimensionen.
Referenzmarkt | Aktueller Preisanker | Entwicklung | Datenbasis |
|---|---|---|---|
Maribor | 2.670 €/m² | Bestand Q1 2026: +17,5 % ggü. Vorjahr | Median tatsächlicher Verkäufe 2025 |
Slovenj Gradec | 2.280 €/m² | Koroška gesamt 2025: +8 % | Median tatsächlicher Verkäufe 2025 |
Murska Sobota | 1.970 €/m² | Prekmurje 2025: +14 % | Median tatsächlicher Verkäufe 2025 |
Kranjska Gora | 5.420 €/m² | Alpenregion 2025: +11 % | Median tatsächlicher Verkäufe 2025 |
Bozen | 4.301 €/m² | Italien Q1 2026: +5,2 % | Ø Wohnimmobilienwert 2025, OMI |
Kanton St. Gallen | rund 6.985 CHF/m² | Schweiz Q1 2026: +3,5 % | aktuelles Preisniveau Wohnungen, Angebotsdaten |
Engadin / St. Moritz | rund 24.000 CHF/m² | rund +7 % | Zweitwohnungen, Angebotspreise Q1 2026 |
Liechtenstein | keine belastbare öffentliche flächendeckende €/m²-Reihe | Wohnungsbestand 2025: +1,0 % | amtliche Bestandsdaten |
Anmerkung: Die Zahlen sind aufgrund unterschiedlicher Erhebungsmethoden nicht unmittelbar als Renditenvergleich zu verstehen. Slowenische Werte basieren etwa auf tatsächlich abgeschlossenen Verkäufen, während bei Schweizer Marktwerten teilweise Angebotsdaten verwendet werden. Bei Liechtenstein verzichten wir bewusst auf einen scheinexakten Quadratmeterpreis, weil keine ausreichend belastbare aktuelle öffentliche Preisreihe für den Gesamtmarkt vorliegt.
Der Vergleich macht vor allem eines deutlich: Slowenien ist preislich der zugänglichste der vier Märkte, aber auch dort sind die regionalen Unterschiede merklich. Zwischen Murska Sobota und Kranjska Gora liegt beim Preis gebrauchter Wohnungen beinahe der Faktor drei. Südtirol bewegt sich bereits auf einem deutlich höheren Niveau, während die Schweiz und insbesondere die touristischen Regionen Graubündens eine eigene Preisklasse bilden.
Slowenien - Vom Grazer Nachbarmarkt bis zum Alpen-Hotspot
Für österreichische Vermieter:innen ist Slowenien wahrscheinlich der zugänglichste Markt dieses zweiten Vergleichs. Das Land gehört zur EU, verwendet den Euro und grenzt auf einer langen Strecke an Kärnten und die Steiermark. Gleichzeitig sind die Kaufpreise in vielen Regionen noch deutlich niedriger als auf österreichischer Seite.
Ein Schnäppchenmarkt ist Slowenien deshalb aber nicht mehr. Die Preise steigen seit Jahren kräftig. Nach dem Jahresbericht 2025 der slowenischen Vermessungs- und Katasterbehörde GURS stiegen die Preise von Wohnungen in Mehrparteienhäusern um rund 11 %, jene von Wohnhäusern um rund 10 %. Im ersten Quartal 2026 lagen die Wohnimmobilienpreise nochmals 9,3 % über dem Vorjahresniveau. Besonders dynamisch entwickelten sich gebrauchte Wohnungen mit +10,7 %.
Für dich als Vermieter:in kommt es daher entscheidend darauf an, welche Region du betrachtest.
Maribor und die Štajerska als der wichtigste Markt an der steirischen Grenze
Für Anleger:innen aus der Steiermark ist Maribor der naheliegendste ausländische Großstadtmarkt. Die zweitgrößte Stadt Sloweniens verfügt über einen eigenen Arbeitsmarkt, Hochschulen, Gesundheits- und Bildungseinrichtungen und einen entsprechend breiteren Mietmarkt als die kleineren Grenzgemeinden.
2025 wurden in Maribor laut Geodetska uprava Republike Slovenije 960 Wohnungen verkauft. Bei gebrauchten Eigentumswohnungen lag der Median der tatsächlich bezahlten Preise bei 2.670 €/m². Die meisten Transaktionen bewegten sich zwischen rund 2.300 und 3.060 €/m².
Innerhalb der Stadt sind die Unterschiede überraschend gering. Im Maribor Center lag der Median laut dem slowenischen Statistikamt bei 2.710 €/m², in Tabor/Nova Vas bei 2.690 €/m², in Tezno, Pobrežje, Brezje und Zrkovci bei rund 2.570 €/m². Für Vermieter:innen bedeutet das: Nicht nur das Zentrum kann interessant sein, gut angebundene Wohnlagen außerhalb der Innenstadt bieten teilweise günstigere Einstiege bei weiterhin urbaner Nachfrage.
2026 hat sich die Dynamik nochmals beschleunigt. Im ersten Quartal lagen die Preise bestehender Wohnungen in Maribor 17,5 % über dem Vorjahresquartal und 5,5 % über dem unmittelbar vorhergehenden Quartal. Allein in diesen drei Monaten wurden 226 Bestandswohnungen mit einem Gesamtvolumen von 32,7 Mio. Euro verkauft.
Maribor ist damit kein Geheimtipp mehr. Im Vergleich zu Graz oder vielen österreichischen Landeshauptstädten bleibt das Einstiegsniveau attraktiv, die zuletzt sehr hohen Wachstumsraten solltest du bei deiner Kalkulation aber nicht einfach in die Zukunft fortschreiben.
Koroška bietet niedrigere Preise unmittelbar hinter Kärnten
Noch deutlich günstiger wird es in der slowenischen Koroška, also südlich der Kärntner Grenze. Im gesamten Marktgebiet Koroška, Pohorje und Kozjak lag der Median für gebrauchte Wohnungen 2025 laut slowenischen Statistikamt bei nur 1.730 €/m².
Die einzelnen Städte unterscheiden sich allerdings erheblich. Slovenj Gradec erreichte mit 2.280 €/m² das höchste Niveau, Ravne na Koroškem und Prevalje lagen bei 1.860 €/m², Dravograd bei 1.620 €/m². Außerhalb der größeren Orte fiel der Median auf rund 1.370 €/m².
Auch hier steigen die Preise: Wohnungen verteuerten sich 2025 gegenüber 2024 um rund 8 %. Seit 2020 beträgt der kumulierte Anstieg sogar rund 69 %.
Für Vermieter:innen steckt darin Chance und Warnung zugleich. Der Kaufpreis ist niedrig, der lokale Mietmarkt aber wesentlich kleiner als in Maribor. Eine Wohnung in Slovenj Gradec oder Ravne ist deshalb aus Investmentperspektive etwas völlig anderes als ein sehr günstiges Objekt in einer kleinen ländlichen Gemeinde. Je kleiner der Markt, desto wichtiger werden Arbeitgeber, Verkehrsanbindung und die tatsächliche lokale Mietnachfrage.
Gorenjska und Kranjska Gora sind als Sloweniens Alpenmarkt längst nicht mehr günstig
An der Grenze zu Kärnten und in Richtung Tirol zeigt Slowenien ein völlig anderes Gesicht. Die Region Gorenjska gehört zu den teuereren Teilen des Landes; touristische Orte rund um Kranjska Gora, Bled und Bohinj bilden nochmals einen eigenen Premiummarkt.
Im regulären Gorenjska-Markt lag der Median gebrauchter Wohnungen 2025 bei 3.050 €/m². In Jesenice und Hrušica waren es noch 2.740 €/m², in Radovljica und Lesce bereits 3.830 €/m².
Noch höher liegen die touristischen Alpenmärkte. Rund um Kranjska Gora wurden gebrauchte Wohnungen im Median laut slowenischen Statistikamt um 5.420 €/m² verkauft. In Bled lag der Median bei 4.000 €/m², in Bohinj bei 4.430 €/m². Im gesamten alpinen Tourismusgebiet stiegen die Wohnungspreise 2025 nochmals um 11 % und liegen inzwischen rund 85 % über dem Niveau von 2020.
Für klassische Vermieter:innen ist das nur eingeschränkt ein Renditemarkt. Wie in Kitzbühel oder Teilen Südtirols erhöhen Tourismus, knappes Angebot und Freizeitnutzung die Immobilienwerte erheblich. Wer hier investiert, setzt stärker auf Lage und langfristige Wertstabilität als auf eine möglichst hohe laufende Wohnraummietrendite.
Prekmurje ist der günstigste Einstieg in unserem slowenischen Vergleich
Am anderen Ende des Spektrums liegt Prekmurje im Nordosten Sloweniens. Im gesamten Marktgebiet kostete eine gebrauchte Wohnung 2025 im Median lediglich 1.820 €/m².
In Murska Sobota, dem wichtigsten regionalen Zentrum, waren es 1.970 €/m². Lendava lag bei 1.420 €/m², außerhalb der beiden größeren Orte sank der Median sogar auf rund 1.030 €/m².
Günstig bedeutet allerdings auch hier nicht stagnierend. Die Wohnungspreise in Prekmurje stiegen allein 2025 laut Geodetska uprava Republike Slovenije um 14 % und liegen mittlerweile rund 78 % über dem Niveau von 2020.
Für Vermieter:innen ist Murska Sobota deshalb wesentlich interessanter als der reine Regionaldurchschnitt vermuten lässt. Die Stadt bietet einen funktionierenden lokalen Wohnungsmarkt, während sehr günstige Immobilien in kleinen Gemeinden stärker mit demografischen und wirtschaftlichen Risiken verbunden sein können.
Wichtiger Hinweis: Gerade in Slowenien solltest du dich nicht vom niedrigsten Quadratmeterpreis leiten lassen. Zwischen einer Wohnung um 1.000 €/m² in einer kleinen Gemeinde und einer Wohnung um 2.500 bis 3.000 €/m² in einem funktionierenden Stadtmarkt liegen völlig unterschiedliche Vermietungsrisiken. Ein günstiger Kaufpreis ist nur dann ein Vorteil, wenn es auch langfristig Mieter:innen dafür gibt.
Was du aus dem slowenischen Grenzmarkt ableiten kannst
Slowenien bietet für österreichische Vermieter:innen 2026 eine ungewöhnlich große Bandbreite.
Maribor ist der überzeugendste klassische Vermietungsmarkt: noch moderate Kaufpreise treffen auf einen großen urbanen Wohnungsmarkt und aktuell eine sehr dynamische Preisentwicklung. Koroška und Prekmurje ermöglichen deutlich günstigere Einstiege, verlangen dafür aber eine besonders sorgfältige Prüfung von Mikrolage und Mietnachfrage.
Kranjska Gora und die touristischen Alpenregionen spielen dagegen bereits in einer anderen Liga. Dort erreichen Bestandswohnungen mehr als 5.000 €/m² und nähern sich damit österreichischen Alpenmärkten an.
Italien - Zwischen Südtiroler Hochpreismarkt und günstigerem Friaul
Italien lässt sich für österreichische Vermieter:innen kaum als einheitlicher Grenzmarkt betrachten. Bereits entlang der österreichischen Grenze liegen zwischen Südtirol, den Dolomiten rund um Belluno und Friaul-Julisch Venetien völlig unterschiedliche Preisniveaus und Marktmechanismen.
Landesweit hat sich der italienische Wohnimmobilienmarkt zuletzt wieder beschleunigt. Im ersten Quartal 2026 lagen die Wohnimmobilienpreise laut laut ISTAT bei rund 5,2 % über dem Vorjahr. Neubauten verteuerten sich mit 6,7 % stärker als Bestandsimmobilien mit 4,8 %. Für einen österreichischen Grenzvergleich sind diese Durchschnittswerte allerdings nur bedingt hilfreich, Südtirol oder Cortina liegen weit über dem italienischen Mittel, während Teile Friauls deutlich darunter liegen.
Referenzmarkt | Aktueller Preisanker | Einordnung |
|---|---|---|
Bozen | 4.301 €/m² | amtlicher Ø-Wohnimmobilienwert 2025 |
Brixen | 5.283 €/m² | Ø-Angebotspreis Juli 2026 |
Toblach | 5.826 €/m² | Ø-Angebotspreis Juli 2026 |
Corvara | 7.000 €/m² | Ø-Angebotspreis Juli 2026 |
Cortina d'Ampezzo | 13.214 €/m² | Ø-Angebotspreis Juli 2026 |
Agordo | 2.274 €/m² | Ø-Angebotspreis Juli 2026 |
Tarvis | ca. 2.560 €/m² | Ø-Angebotspreis 2026 |
Udine | ca. 1.600–1.700 €/m² | Ø-Angebotsniveau 2026 |
Anmerkung: Die Werte sind nicht vollständig miteinander vergleichbar: Für Bozen verwenden wir den amtlichen OMI-Wert, bei den übrigen Orten aktuelle durchschnittliche Angebotspreise bzw. Werte des ASTA Südtirol. Gerade in touristischen Märkten können einzelne Premiumobjekte den Angebotsmarkt deutlich beeinflussen.
Südtirols knappes Angebot und Preise auf Tiroler Niveau oder darüber
Wer von Nordtirol über den Brenner nach Südtirol fährt, überschreitet zwar eine Staatsgrenze, gelangt aber keineswegs in einen günstigeren Immobilienmarkt. Südtirol gehört zu den hochpreisigsten Regionen Italiens und ist strukturell in vieler Hinsicht eher mit Tirol als mit dem italienischen Durchschnitt vergleichbar.
Für Bozen weist die italienische Steuerbehörde für 2025 einen durchschnittlichen Wohnimmobilienwert von 4.301 €/m² aus. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von 3,5 %. Gleichzeitig bleibt das Wohnungsangebot knapp. Auch die Bautätigkeit liefert wenig Entspannung: Die Südtiroler Baugenehmigungen gingen 2024 insgesamt um 3,5 % zurück, und auch 2025 blieb die Entwicklung verhalten.
Außerhalb Bozens wird der Markt noch stärker von der Mikrolage geprägt. Aktuelle Angebotspreise laut immobiliare.it liegen in Brixen bei rund 5.283 €/m², in Toblach bei rund 5.826 €/m² und in Corvara im Gadertal bei etwa 7.000 €/m². Gerade touristische Orte im Pustertal und in den Dolomiten bewegen sich damit längst auf dem Niveau hochwertiger österreichischer Alpenregionen.
Für klassische Vermieter:innen ist Südtirol deshalb vor allem ein Markt für langfristige Wertstabilität. Hohe Einstiegspreise drücken die anfängliche Mietrendite, während knappes Bauland, Tourismus und die wirtschaftliche Stärke des Landes die Immobilienwerte stützen.
Wichtiger Hinweis: Auch wenn österreichische Käufer:innen in Südtirol grundsätzlich Immobilien erwerben können, ist nicht jede Wohnung frei nutz- oder vermietbar. Bei konventionierten Wohnungen bzw. „Wohnungen für Ansässige“ können dauerhafte Nutzungsbindungen, Voraussetzungen für die Bewohner:innen und teilweise Mietzinsbeschränkungen gelten. Vor dem Kauf sollte daher unbedingt geprüft werden, welche Bindungen im Grundbuch bzw. für das konkrete Objekt bestehen.
Interessanter können größere Orte wie Bozen, Brixen oder Bruneck sein, weil dort neben touristischer Nachfrage ein echter ganzjähriger Wohn- und Arbeitsmarkt besteht. Wer dagegen ausschließlich in einer Ferienregion investiert, sollte touristische Nachfrage und klassische Dauervermietung nicht miteinander verwechseln.
Belluno und die Dolomiten zwischen 2.000 und mehr als 13.000 Euro pro Quadratmeter
Kaum eine Region zeigt die Bedeutung der Mikrolage so eindrucksvoll wie die Provinz Belluno. Klassische Wohnstandorte und kleinere Berggemeinden können noch vergleichsweise günstig sein, wenige Täler weiter bewegen sich Immobilienpreise auf internationalem Luxusniveau.
In Agordo werden Wohnimmobilien laut Angaben von immobiliare.it aktuell im Durchschnitt um rund 2.274 €/m² angeboten. In Falcade sind es bereits rund 3.024 €/m². Das völlige Gegenstück bildet Cortina d'Ampezzo: Dort liegt der durchschnittliche Angebotspreis im Juli 2026 bei rund 13.214 €/m².
Damit kostet ein Quadratmeter Wohnfläche in Cortina im Durchschnitt beinahe sechsmal so viel wie in Agordo.
Für Vermieter:innen sind das zwei vollkommen unterschiedliche Investmentwelten. Cortina ist ein internationaler Ferien- und Luxusmarkt, dessen Preise wesentlich von Tourismus, Zweitwohnungen und der extremen Knappheit hochwertiger Objekte bestimmt werden. Eine klassische Mietrendite steht dort selten im Mittelpunkt.
In normalen Wohnstandorten der Provinz Belluno sind die Kaufpreise deutlich niedriger. Dafür ist der Mietmarkt kleiner und stärker von lokalen Arbeitsplätzen und Bevölkerungsentwicklung abhängig. Auch hier gilt deshalb: Der günstigste Quadratmeterpreis ist nicht automatisch das beste Investment.
Friaul-Julisch Venetien mit für Kärntner Investor:innen
Preislich besonders spannend wird der Vergleich an der Kärntner Grenze. Friaul-Julisch Venetien liegt deutlich unter Südtirol und den touristischen Dolomitenmärkten und kann deshalb für österreichische Vermieter:innen einen genaueren Blick wert sein.
Direkt hinter der Grenze liegt Tarvis. Dort werden Wohnimmobilien 2026 im Durchschnitt um etwa 2.560 €/m² angeboten. Der Markt ist allerdings klein und touristisch beeinflusst. Für eine klassische Dauervermietung muss deshalb sehr genau geprüft werden, welche Nachfrage tatsächlich vorhanden ist.
Deutlich breiter ist der Markt in Udine. Dort bewegen sich die durchschnittlichen Angebotspreise laut immobiliare.it derzeit grob um 1.600 bis 1.700 €/m², wobei gute nördliche Wohnlagen höher und periphere Stadtteile deutlich niedriger liegen können. Für Vermieter:innen bietet Udine gegenüber Tarvis einen wichtigen Vorteil: einen größeren Arbeits-, Bildungs- und Mietmarkt.
Auch im weiteren Umland sinken die Kaufpreise teilweise deutlich. Damit steht Friaul im starken Kontrast zu Südtirol: Während du dort häufig 5.000 €/m² oder mehr kalkulieren musst, findest du im Raum Udine noch Wohnimmobilien zu einem Bruchteil dieses Niveaus.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch eine höhere Nettorendite. Italiens steuerliche und rechtliche Rahmenbedingungen, lokale Nachfrage, Leerstand und die Verwaltung aus Österreich müssen genauso berücksichtigt werden wie der Kaufpreis.
Was du aus dem italienischen Grenzmarkt ableiten kannst
Der italienische Markt zeigt besonders deutlich, warum ein Vergleich auf Länderebene wenig aussagekräftig ist.
Südtirol ähnelt preislich und strukturell vielen österreichischen Alpenmärkten: knappes Angebot, hohe Kaufpreise und langfristig starke Lagen. Cortina und die Dolomiten-Hotspots sind Premium- und Ferienmärkte, in denen der Vermögenswert häufig wichtiger ist als die laufende Mietrendite.
Friaul-Julisch Venetien bietet dagegen erheblich niedrigere Einstiegspreise und ist damit für renditeorientierte Vermieter:innen grundsätzlich interessanter. Besonders Udine bietet einen größeren ganzjährigen Mietmarkt, während Tarvis stärker von seiner Lage und vom Tourismus geprägt wird.
Schweiz - Hohe Preise, starke Nachfrage, aber kein frei zugänglicher Investmentmarkt
Die Schweiz gehört zu den wertstabilsten, gleichzeitig aber auch teuersten Immobilienmärkten Europas. Für österreichische Vermieter:innen erscheinen vor allem zwei Regionen interessant: das St. Galler Rheintal unmittelbar gegenüber von Vorarlberg sowie Graubünden an der Tiroler Grenze.
Der Markt entwickelt sich auch 2026 weiter positiv. Im zweiten Quartal stiegen die Schweizer Wohnimmobilienpreise laut schweizer Bundesamt für Statistikamt nochmals um 0,7 % gegenüber dem Vorquartal und 3,5 % gegenüber dem Vorjahr. Eigentumswohnungen legten innerhalb eines Quartals sogar um 1,6 % zu. Auch der Mietmarkt bleibt angespannt: Die Angebotsmieten lagen zuletzt rund 2,2 % über dem Vorjahresniveau.
Für österreichische Investor:innen gibt es allerdings einen entscheidenden Unterschied zu Slowenien oder Italien: Nicht jede attraktive Schweizer Wohnimmobilie darf von einer in Österreich wohnhaften Person einfach als Anlageobjekt gekauft werden. Die sogenannte Lex Koller beschränkt den Erwerb von Grundstücken durch Personen mit Wohnsitz im Ausland. Damit wird die rechtliche Erwerbbarkeit bereits vor Kaufpreis und Rendite zur ersten Frage.
St. Gallen und das Rheintal sind der Nachbarmarkt zu Vorarlberg
Zwischen Vorarlberg und dem Schweizer Rheintal existiert einer der engsten grenzüberschreitenden Wirtschafts- und Arbeitsräume im Alpenraum. Orte wie Buchs, Altstätten, Heerbrugg oder die Region St. Gallen profitieren von einer starken Wirtschaft, guter Verkehrsinfrastruktur und der Nähe zu Liechtenstein sowie Vorarlberg.
Auch der Immobilienmarkt zeigt entsprechend hohe Preisniveaus. Aktuelle Marktmodelle verorten Eigentumswohnungen in der Stadt St. Gallen laut comparis bei knapp 7.800 CHF/m², in Buchs SG bei rund 8.000 CHF/m². Dabei handelt es sich nicht um amtliche Durchschnittspreise abgeschlossener Kaufverträge, sondern um aktuelle Marktschätzungen, die tatsächlichen Preise hängen stark von Mikrolage, Zustand und Baujahr ab.
Interessanter als eine einzelne Quadratmeterzahl ist deshalb die längerfristige Entwicklung: Laut Kanton St. Gallen sind die Preise für Wohneigentum laut einem Bericht des Kanton St.Gallen zwischen 2021 und 2025 um rund 20 % gestiegen. Der Markt hat die Zinswende damit vergleichsweise robust überstanden.
Für Vermieter:innen wäre der Wirtschaftsraum grundsätzlich attraktiv. Die entscheidende Einschränkung ist jedoch die Lex Koller: Eine in Österreich wohnhafte Person gilt beim Erwerb grundsätzlich als „Person im Ausland“. Eine normale Eigentumswohnung ausschließlich zu kaufen, um sie anschließend dauerhaft an Dritte zu vermieten, ist daher nicht einfach mit einem österreichischen Buy-to-let-Investment vergleichbar.
Eine wichtige Ausnahme gibt es für Grenzgänger:innen: EU- und EFTA-Staatsangehörige, die außerhalb der Schweiz wohnen, aber in der Schweiz arbeiten, können unter bestimmten Voraussetzungen in der Region ihres Arbeitsorts bewilligungsfrei Grundeigentum erwerben. Das macht aus der Schweiz aber weiterhin keinen allgemein offenen Markt für österreichische Kapitalanleger:innen, denn diese Ausnahme hilft klassischen Anleger:innen allerdings nicht. Die als Grenzgänger:in erworbene Zweitwohnung muss selbst genutzt werden und darf während der entsprechenden Grenzgängertätigkeit nicht vermietet werden.
Graubünden und Engadin als einer der teuersten Ferienimmobilienmärkte Europas
Noch extremer wird das Preisniveau in den touristischen Regionen Graubündens.
Im Engadin/St. Moritz kosteten hochwertige Zweitwohnungen Anfang 2026 laut einem aktuellen Bericht der UBS durchschnittlich rund 24.000 CHF/m². Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg von rund 7 %. Damit gehört die Region weiterhin zu den teuersten Ferienimmobilienmärkten des gesamten Alpenraums.
Ein Apartment mit 70 m² Wohnfläche erreicht bei diesem durchschnittlichen Preisniveau rechnerisch bereits einen Immobilienwert von rund 1,68 Mio. CHF, noch bevor Kaufnebenkosten berücksichtigt werden.
Für klassische Dauervermietung ist dieser Markt entsprechend wenig interessant. Die hohen Preise werden vielmehr von internationaler Nachfrage, Tourismus, extrem knappem Angebot und der Attraktivität von Zweitwohnungen getragen.
Gerade hier gibt es aber eine wichtige Besonderheit der Lex Koller: Personen mit Wohnsitz im Ausland können unter bestimmten Voraussetzungen Ferienwohnungen erwerben. Graubünden gehört zu jenen Kantonen, in denen entsprechende Bewilligungen grundsätzlich vorgesehen sind.
Das bedeutet jedoch keineswegs freie Auswahl. Die Wohnung muss sich in einem entsprechend ausgewiesenen Fremdenverkehrsort befinden, es gelten kantonale Kontingente und weitere Voraussetzungen. Außerdem muss die erwerbende Person die Ferienwohnung selbst nutzen können. Eine gelegentliche Vermietung ist möglich, eine dauerhafte ganzjährige Vermietung als klassische Anlagewohnung jedoch nicht.
Für Vermieter:innen ist das ein entscheidender Unterschied. Eine Ferienwohnung in Graubünden kann als Vermögens- und Freizeitinvestment interessant sein, sie ist aber kein Ersatz für eine frei vermietbare Anlagewohnung in Maribor oder Udine.
Wichtiger Hinweis: Die Schweiz diskutiert 2026 eine weitere Verschärfung der Lex Koller. Unter anderem sollen die Regeln für ausländische Immobilieninvestitionen und die Kontingente für Ferienwohnungen strenger werden. Diese Änderungen sind derzeit jedoch noch nicht geltendes Recht, sondern Gegenstand eines Gesetzgebungsverfahrens. Für einen konkreten Kauf solltest du deshalb immer die zum Erwerbszeitpunkt geltende Rechtslage und die zuständige kantonale Bewilligungsbehörde prüfen.
Was du aus dem Schweizer Grenzmarkt ableiten kannst
Der Schweizer Markt ist aus österreichischer Perspektive wirtschaftlich attraktiv, aber für klassische Immobilieninvestments nur eingeschränkt zugänglich.
Das St. Galler Rheintal bietet einen starken Arbeits- und Wohnungsmarkt mit langfristig steigenden Immobilienwerten. Graubünden und das Engadin gehören wiederum zu den wertstabilsten und teuersten Ferienmärkten im Alpenraum.
Liechtenstein - Ein Immobilienmarkt, der sich kaum mit den anderen vergleichen lässt
Nur wenige Kilometer weiter südlich wird der Markt noch spezieller. Liechtenstein ist wirtschaftlich eng mit Vorarlberg und der Schweiz verbunden, verfügt aber aufgrund seiner geringen Landesfläche über einen außergewöhnlich kleinen Immobilienmarkt.
Ende 2025 wurden im gesamten Fürstentum laut Amt für Statistik des Fürstentum Lichtenstein lediglich 22.447 Wohnungen gezählt. Gegenüber dem Vorjahr kamen 232 Wohnungen beziehungsweise 1,0 % hinzu. Gleichzeitig lebten dauerhaft 41.237 Personen im Land, rund 0,9 % mehr als ein Jahr zuvor.
Eine weitere Zahl zeigt, wie ungewöhnlich die wirtschaftliche Struktur ist: Ende 2025 gab es in Liechtenstein rund 43.330 Beschäftigte, also mehr Arbeitsplätze beziehungsweise Beschäftigte im Land als dauerhaft dort wohnende Personen. Ein erheblicher Teil des Arbeitsmarkts funktioniert daher grenzüberschreitend.
Für den Wohnungsmarkt entsteht daraus eine interessante Konstellation: sehr wenig Fläche, eine starke Wirtschaft und ein großer grenzüberschreitender Arbeitsmarkt.
Ein kleiner Wohnungsmarkt mit begrenztem Angebot
Der Wohnungsbestand wächst nur langsam. Von den 22.447 Wohnungen Ende 2025 waren 19.489 als dauerhaft bewohnt klassifiziert. Davon waren am Stichtag 711 beziehungsweise 3,6 % nicht belegt.
Auch strukturell unterscheidet sich Liechtenstein von einem klassischen Stadtmarkt. Mehr als die Hälfte aller Wohngebäude sind Einfamilienhäuser. In Vaduz ist der Anteil dichterer Wohn- und Mischnutzungen höher, während viele andere Gemeinden stärker von kleineren Wohngebäuden geprägt sind.
Für 2025 wurden laut Amt für Statistik zwar 330 neue Wohnungen bewilligt, die Zahl der Bauprojekte lag insgesamt jedoch weiterhin unter dem Durchschnitt der vorangegangenen Jahre. Auch Anfang 2026 blieb die Zahl der Bewilligungen vergleichsweise niedrig, obwohl die geplanten Bauinvestitionen wieder anzogen.
Genau deshalb verzichten wir bei Liechtenstein bewusst auf einen vermeintlich präzisen landesweiten Quadratmeterpreis. Der Markt ist klein, Transaktionen sind vergleichsweise selten und die öffentlich verfügbare amtliche Statistik liefert derzeit keine ausreichend belastbare flächendeckende Transaktionspreisreihe, die sich seriös neben Bozen, Maribor oder St. Gallen stellen ließe.
Ein einzelner Angebotspreis aus Vaduz würde hier mehr Informationen benötigen, als tatsächlich vorhanden sind.
Vaduz und Schaan als wirtschaftliche Zentren mit knappem Wohnraum
Für einen Marktvergleich sind vor allem Vaduz und Schaan relevant. Hier konzentrieren sich Verwaltung, Finanzwirtschaft, Industrie und zahlreiche Arbeitsplätze.
Schaan verfügt mit 1.546 Gebäuden mit Wohnnutzung sogar über den größten entsprechenden Gebäudebestand aller liechtensteinischen Gemeinden. Vaduz zeichnet sich dagegen durch einen vergleichsweise hohen Anteil an Mehrfamilien- und gemischt genutzten Gebäuden aus.
Das Grundverkehrsrecht entscheidet über Immobilienkäufe in Liechtenstein
Liechtenstein gehört zwar zum Europäischen Wirtschaftsraum, daraus folgt aber kein uneingeschränkt freier Immobilienerwerb.
Der Erwerb inländischen Grundeigentums unterliegt dem liechtensteinischen Grundverkehrsrecht und grundsätzlich einer Genehmigung. EWR-Staatsangehörige, die mit einer gültigen Aufenthaltsbewilligung tatsächlich in Liechtenstein wohnen, sind beim Grundstückserwerb weitgehend liechtensteinischen Staatsangehörigen gleichgestellt.
Anders sieht es für eine:n österreichische:n Investor:in mit Wohnsitz in Österreich aus. Ohne liechtensteinischen Wohnsitz ist der Grundstückserwerb weiterhin eingeschränkt. Für eine Genehmigung muss grundsätzlich ein gesetzlich anerkanntes berechtigtes Interesse beziehungsweise ein anderer vorgesehener Erwerbsgrund vorliegen.
Das Recht kennt zwar Möglichkeiten für Grundstückserwerbe zur Errichtung von Miet- oder Eigentumswohnungen. Solche Projekte müssen jedoch insbesondere zur Deckung des inländischen Wohnbedarfs beitragen und weitere gesetzliche Voraussetzungen erfüllen.
Für den klassischen Fall, eine einzelne Wohnung in Vaduz oder Schaan kaufen und sie als Investor:in dauerhaft vermieten, bedeutet das: Du solltest keinesfalls davon ausgehen, dass der Erwerb ohne Weiteres möglich ist. Die grundverkehrsrechtliche Zulässigkeit muss vor Abschluss eines Kaufvertrags konkret geprüft werden.
Wichtiger Hinweis: Liechtenstein ist Mitglied des EWR, sein Immobilienmarkt ist trotzdem nicht mit Slowenien oder Italien vergleichbar. Für österreichische Staatsangehörige ohne Wohnsitz in Liechtenstein bestehen weiterhin erhebliche grundverkehrsrechtliche Beschränkungen. Ein Objekt sollte deshalb erst wirtschaftlich bewertet werden, wenn geklärt ist, ob der geplante Erwerb überhaupt genehmigungsfähig ist.
Was du aus dem liechtensteinischen Markt ableiten kannst
Rein wirtschaftlich bringt Liechtenstein vieles mit, was Immobilieninvestor:innen normalerweise suchen: eine starke Wirtschaft, begrenzte Fläche, Bevölkerungswachstum und einen großen Arbeitsmarkt.
Der Markt ist klein, die öffentliche Preistransparenz geringer als in den anderen untersuchten Ländern und vor allem der Zugang zu Grundeigentum ist stärker reguliert. Für eine:n österreichische:n Privatinvestor:in ist Liechtenstein deshalb weniger ein klassischer Buy-to-let-Markt als ein Spezialmarkt, bei dem rechtliche Machbarkeit, Objektverfügbarkeit und Preis erst gemeinsam betrachtet werden können.
Welcher Grenzmarkt passt zu welcher Investmentstrategie?
Maribor bietet beispielsweise einen vergleichsweise günstigen Einstieg in einen echten Stadtmarkt. Südtirol und Graubünden stehen stärker für Knappheit und Werterhalt. Friaul bietet niedrigere Kaufpreise, während die Schweiz und Liechtenstein zwar wirtschaftlich interessant sind, für österreichische Kapitalanleger:innen aber bereits beim Erwerb erhebliche zusätzliche Hürden mitbringen. Die Einordnung basiert auf den zuvor dargestellten Preis-, Nachfrage- und Rechtsdaten.
Markt | Einstiegspreis | Mietmarkt | Wertstabilität | Wachstum | Zugang für österreichische Anleger:innen |
|---|---|---|---|---|---|
Maribor | mittel | sehr gut | gut | hoch | vergleichsweise einfach |
Koroška / Prekmurje | niedrig | lokal unterschiedlich | mittel | gut | vergleichsweise einfach |
Kranjska Gora / Alpenraum | hoch | touristisch geprägt | hoch | gut | grundsätzlich offen |
Südtirol | hoch bis sehr hoch | gut | sehr hoch | moderat bis gut | grundsätzlich offen, objektbezogene Nutzungsbindungen prüfen |
Friaul / Udine | niedrig bis mittel | gut | mittel | moderat | grundsätzlich offen |
Cortina / Dolomiten | sehr hoch | touristisch geprägt | sehr hoch | gut | grundsätzlich offen |
St. Gallen / Rheintal | sehr hoch | sehr gut | sehr hoch | moderat | deutlich eingeschränkt |
Graubünden / Engadin | extrem hoch | touristisch geprägt | sehr hoch | gut | Ferienobjekte eingeschränkt möglich |
Liechtenstein | sehr hoch / geringe Transparenz | grundsätzlich stark | sehr hoch | schwer messbar | stark eingeschränkt |
Anmerkung: Die Bewertung ist eine qualitative Einordnung auf Basis der zuvor dargestellten Markt-, Preis- und Nachfragedaten. Sie stellt keine Renditeprognose oder Beratung dar.
Wenn laufende Vermietung im Vordergrund steht
Für eine klassische Buy-to-let-Strategie stechen vor allem Maribor und Udine hervor.
Maribor verbindet einen größeren städtischen Mietmarkt mit Kaufpreisen, die noch deutlich unter vielen österreichischen Landeshauptstädten liegen. Gleichzeitig war die jüngste Preisentwicklung ausgesprochen dynamisch: Sloweniens Wohnimmobilienpreise lagen im ersten Quartal 2026 9,3 % über dem Vorjahresniveau, bestehende Wohnungen sogar 10,7 % darüber.
Lesetipp: Was du als Vermieter:in Anlegerwohnungen wissen solltest, erfährst du in unserem Artikel Anlegerwohnung kaufen
Udine verfolgt ein anderes Profil. Die Preisdynamik Italiens ist mit zuletzt 5,2 % im Jahresvergleich moderater, gleichzeitig liegt das Kaufpreisniveau in Friaul deutlich unter Südtirol und den Dolomiten-Hotspots. Italiens Bestandswohnungen verteuerten sich im ersten Quartal 2026 um 4,8 %, Neubauten um 6,7 %.
Für renditeorientierte Vermieter:innen dürften diese beiden Märkte damit wesentlich naheliegender sein als Cortina, St. Moritz oder Vaduz.
Wenn Wertstabilität wichtiger ist als Anfangsrendite
Dann verschiebt sich der Blick Richtung Südtirol, Schweizer Rheintal und Graubünden.
Hohe Kaufpreise, knappe Flächen und wirtschaftlich beziehungsweise touristisch starke Standorte sprechen dort eher für eine langfristige Vermögensstrategie als für möglichst hohe laufende Mietrenditen. Die Schweiz setzte ihre Preissteigerungen auch 2026 fort: Der offizielle Wohnimmobilienpreisindex stieg im zweiten Quartal um 0,7 % zum Vorquartal und um 3,5 % zum Vorjahr.
Der entscheidende Unterschied: Wirtschaftlich attraktiv bedeutet in der Schweiz noch nicht rechtlich zugänglich. Für Personen mit Wohnsitz im Ausland ist der Grundstückserwerb durch die Lex Koller grundsätzlich beschränkt; ob ein konkreter Erwerb bewilligungspflichtig und bewilligungsfähig ist, entscheidet die zuständige kantonale Behörde.
Wenn ein niedriger Einstiegspreis entscheidend ist
Dann führen in Teil 2 vor allem Prekmurje, Koroška und Friaul die Liste an.
Gerade hier gilt aber dieselbe Regel wie in Teil 1: Je kleiner und günstiger ein Markt wird, desto genauer solltest du die tatsächliche Mietnachfrage prüfen. Eine Wohnung in einer Regionalstadt mit Arbeitgebern, Schulen und Infrastruktur ist aus Vermietungssicht etwas völlig anderes als ein noch günstigeres Objekt in einer schrumpfenden ländlichen Gemeinde.
Deshalb kann eine Wohnung um 2.500 €/m² in einem liquiden Stadtmarkt das bessere Investment sein als ein Objekt um 1.200 €/m², für das kaum dauerhafte Mietnachfrage besteht.
Wenn du einen Ferien- oder Alpenmarkt suchst
Dann stehen Kranjska Gora, Südtirol, die Dolomiten und Graubünden im Mittelpunkt.
Diese Märkte funktionieren allerdings anders als klassische Wohnungsvermietung. Tourismus, Zweitwohnsitze, saisonale Nachfrage und knappes Bauland können die Immobilienpreise stark erhöhen. Die Bruttomiete allein sagt deshalb wenig über die Attraktivität des Investments aus.
In der Schweiz kommt zusätzlich die Lex Koller hinzu. Für Personen im Ausland können Ferienwohnungen unter bestimmten Voraussetzungen und abhängig vom Kanton beziehungsweise Fremdenverkehrsort bewilligt werden; daraus folgt aber kein allgemeiner Zugang zu Schweizer Anlagewohnungen.
Was du als österreichische:r Vermieter:in beim Kauf von Auslandsimmobilie beachten solltest
Der zweite Teil unserer Grenzland-Serie zeigt noch deutlicher als der erste, dass die rechtliche und steuerliche Prüfung vor der Renditeberechnung beginnen sollte.
Bei Slowenien und Italien ist der Einstieg grundsätzlich unkomplizierter: Als EU-Bürger:in hast du beim Kauf und Verkauf von Immobilien in einem anderen EU-Mitgliedstaat grundsätzlich dieselben Rechte wie dessen Staatsangehörige. Nationale Vorschriften zu Steuern, Vertragsabwicklung und einzelnen Grundstückskategorien bleiben natürlich bestehen.
In der Schweiz und Liechtenstein sieht die Situation deutlich anders aus.
Erwerbsrecht
In der Schweiz beschränkt die Lex Koller den Grundstückserwerb durch Personen im Ausland. Die konkrete Beurteilung erfolgt durch die zuständige kantonale Behörde. Eine 2026 angestoßene weitere Verschärfung befand sich zuletzt noch im Gesetzgebungsverfahren; die Vernehmlassung endete am 15. Juli 2026, die vorgeschlagenen Änderungen sind daher nicht mit bereits geltendem Recht gleichzusetzen.
Auch in Liechtenstein ist Grundeigentum nicht frei zugänglich. Eine Genehmigung wird insbesondere erteilt, wenn ein gesetzlich anerkanntes berechtigtes Interesse besteht, etwa ein inländisches Wohnbedürfnis, eine Betriebsstätte oder bestimmte Wohnbauprojekte. Für einen gewöhnlichen österreichischen Buy-to-let-Kauf darf daher nicht automatisch von einer Genehmigungsfähigkeit ausgegangen werden.
Mietrecht
Für ein Objekt in Maribor, Bozen oder St. Gallen gelten nicht das österreichische MRG und die österreichischen Vermietungsregeln. Mietvertrag, Kündigung, Kaution, Mietanpassungen, Betriebskosten und gegebenenfalls touristische Vermietung richten sich nach dem jeweiligen nationalen und teilweise regionalen Recht.
Steuern
Wer in Österreich unbeschränkt steuerpflichtig ist, wird grundsätzlich mit seinen in- und ausländischen Einkünften erfasst. Bei ausländischen Immobilien greifen zusätzlich die jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen. Einkünfte aus unbeweglichem Vermögen dürfen nach den einschlägigen DBA grundsätzlich auch im Staat besteuert werden, in dem sich die Immobilie befindet; wie Österreich anschließend eine Doppelbesteuerung vermeidet, muss anhand des konkreten DBA geprüft werden.
Kaufnebenkosten
Auch hier lohnt kein einfacher Ländervergleich über den Kaufpreis. Grunderwerbs- beziehungsweise Registersteuern, Notar:innen, Grundbuch oder Register, Makler:innen und laufende lokale Abgaben unterscheiden sich erheblich. Die EU weist ausdrücklich darauf hin, dass die beim Erwerb, Besitz und späteren Verkauf anfallenden Steuern nach dem Recht des jeweiligen Belegenheitsstaats zu prüfen sind.
Finanzierung
Eine ausländische Wohnung solltest du erst kaufen, wenn klar ist, wie sie tatsächlich finanziert werden kann. Lokale Banken, österreichische Banken und grenzüberschreitende Finanzierungen können bei Beleihungswert, Eigenkapital, Einkommen und Sicherheiten unterschiedlich vorgehen. Bei einem Investment in der Schweiz oder Liechtenstein kommt außerdem hinzu, dass zuerst die Erwerbsfähigkeit geklärt werden muss.
Verwaltung
Gerade bei einem Objekt im Ausland sollte eine lokale Verwaltung nicht erst dann gesucht werden, wenn etwas passiert. Mieter:innenwechsel, Reparaturen, Behördenkontakte, Steuererklärungen und Abrechnungen sind aus 100 oder 300 Kilometern Entfernung erheblich aufwendiger als eine reine Kaufpreisrechnung vermuten lässt.
Währung
Bei Slowenien und Italien besteht für Euro-Anleger:innen kein unmittelbares Wechselkursrisiko. Investments in der Schweiz und Liechtenstein bringen dagegen zusätzlich ein CHF/EUR-Risiko mit sich. Wertentwicklung und Mieterträge sollten deshalb immer auch aus Euro-Sicht beurteilt werden.
Wichtiger Hinweis: Bei einer Auslandsimmobilie solltest du deine Rendite erst berechnen, nachdem Erwerbsfähigkeit, lokale Steuern, Mietrecht, Finanzierung und Verwaltung geklärt sind. Besonders in der Schweiz und Liechtenstein kann sonst ein wirtschaftlich interessantes Objekt bereits an der rechtlichen Erwerbsmöglichkeit scheitern.
Wie entwickeln sich die Grenzmärkte 2026 und 2027?
Für die kommenden Monate ergibt sich erneut kein einheitliches Bild.
Slowenien startet mit besonders hoher Dynamik in diese Phase. Nach +7,4 % im Gesamtjahr 2025 lagen die Wohnimmobilienpreise im ersten Quartal 2026 bereits 9,3 % über dem Vorjahr. Das spricht für weiterhin starken Preisdruck, gleichzeitig sollten zweistellige Wachstumsraten gerade in einzelnen Städten wie Maribor nicht einfach dauerhaft fortgeschrieben werden.
Italien befindet sich ebenfalls in einer stärkeren Preisphase, allerdings auf moderaterem Niveau. Das Jahresplus beschleunigte sich von 4,0 % im vierten Quartal 2025 auf 5,2 % im ersten Quartal 2026. Besonders interessant bleibt dabei die enorme regionale Spreizung: Südtirol und die touristischen Dolomiten dürften weiterhin stärker durch Angebotsknappheit und Premiumlage geprägt werden als günstigere Märkte im Friaul.
Die Schweiz spricht derzeit eher für Stabilität als für einen neuen Preisboom. Mit +3,5 % zum Vorjahr steigen die Preise weiter, aber wesentlich ruhiger als in Slowenien. Für ausländische Investor:innen dürfte neben dem Preisniveau vor allem die weitere politische Entwicklung der Lex Koller relevant bleiben. Die 2026 vorgeschlagene Verschärfung ist zum aktuellen Stand noch nicht geltendes Recht.
Liechtenstein bleibt schwerer zu prognostizieren, weil eine vergleichbare öffentliche Preisstatistik fehlt und der Markt sehr klein ist. Die strukturellen Faktoren, begrenzte Fläche, starke Wirtschaft und regulierter Grundstückserwerb, bleiben jedoch bestehen. Eine klassische Preisprognose wie für Maribor oder Italien wäre deshalb unseriös; hier ist die Analyse des konkreten Objekts wesentlich wichtiger als ein Landesdurchschnitt. Die Grundverkehrsregeln setzen dem Markt zudem besondere rechtliche Grenzen.
Fazit
Teil zwei unserer Grenzland-Serie zeigt eine noch größere Bandbreite als der Blick nach Deutschland, Tschechien, in die Slowakei und nach Ungarn.
Für österreichische Vermieter:innen ist Slowenien wahrscheinlich der interessanteste klassische Investmentmarkt dieses Vergleichs: Euro, geografische Nähe, teilweise moderate Kaufpreise und mit Maribor ein größerer urbaner Mietmarkt. Gleichzeitig mahnen die zuletzt starken Preissteigerungen zu einer konservativen Kalkulation.
In Italien reicht vom vergleichsweise günstigen Friaul bis zu einigen der teuersten Alpenimmobilienmärkte Europas. Südtirol ist dabei weniger eine günstige Alternative zu Tirol als vielmehr dessen südliche Fortsetzung in einem anderen rechtlichen und steuerlichen System. Italiens Immobilienpreise befinden sich insgesamt wieder in einer stärkeren Wachstumsphase.
Die Schweiz kombiniert wirtschaftliche Stärke und hohe Wertstabilität mit hohen Kaufpreisen und erheblichen Erwerbsbeschränkungen für Personen mit Wohnsitz im Ausland.
Und Liechtenstein ist letztlich kein klassischer Auslandsmarkt für österreichische Privatanleger:innen, sondern ein Spezialmarkt, bei dem bereits die grundverkehrsrechtliche Machbarkeit Teil jeder Investitionsentscheidung sein muss.
Eine Immobilie wird nicht deshalb zum besseren Investment, weil sie hinter der Grenze günstiger ist. Entscheidend ist, was nach Kaufpreis, Miete, Leerstand, Steuern, Verwaltung, Finanzierung, Recht und Währungsrisiko tatsächlich übrig bleibt und wie gut sich das Objekt wieder verkaufen lässt.
Häufig gestellte Fragen zu diesem Thema
Hier findest du alle Antworten auf die wichtigsten Fragen zu diesem Thema.
Können Österreicher:innen Immobilien in Slowenien und Italien kaufen?
Kann ich als Österreicher:in einfach eine Anlagewohnung in der Schweiz kaufen?
Kann ich in Liechtenstein eine Wohnung kaufen und vermieten?
Welcher Markt ist für klassische Vermietung am interessantesten?
Wo muss ich Mieteinnahmen aus einer Auslandsimmobilie versteuern?
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