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29.01.2026

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Lesedauer: 13 Minuten

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Wohnraumlüftung: Kosten, Pflichten & Systeme im Überblick

Alles über Wohnraumlüftung in Österreich: Systeme, Kosten, OIB-Richtlinien, Wartung & Pflichten für Vermieter verständlich erklärt.

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Titelbild zeigt den Titel "Wohnraumlüftungen", den Untertitel "Kosten, Pflichten, Systeme im Überblick" sowie das Flatwise Logo.
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Moderne Gebäude sind so dicht gebaut, dass ein natürlicher Luftaustausch kaum noch stattfindet. Für dich als Vermieter:in bedeutet das, dass du dich mit dem Thema Wohnraumlüftung auseinandersetzen solltest. Ob im Neubau, bei der Sanierung oder im Bestand: Eine funktionierende Lüftung schützt deine Immobilie vor Feuchteschäden und Schimmel, während sie gleichzeitig den Wohnkomfort deiner Mieter:innen erhöht.

Doch welche Lüftungssysteme gibt es eigentlich? Wann bist du als Vermieter:in verpflichtet, eine Lüftungsanlage einzubauen? Und welche Kosten kommen auf dich zu? Diese und weitere Fragen beantworten wir in diesem umfassenden Ratgeber.

In diesem Artikel erklären wir dir, was eine Wohnraumlüftung überhaupt genau ist und warum sie wichtig ist, welche verschiedenen Systeme es gibt und wie sie funktionieren, welche rechtlichen Anforderungen in Österreich gelten und noch vieles mehr.

Was ist eine Wohnraumlüftung?

Eine Wohnraumlüftung sorgt für den kontrollierten Luftaustausch in Wohnräumen. Während früher der natürliche Luftwechsel durch undichte Fenster und Türen ausreichte, sind moderne Gebäude so dicht gebaut, dass ein gezieltes Lüftungskonzept notwendig wird. Die Wohnraumlüftung transportiert verbrauchte, feuchte Luft nach außen und führt frische Außenluft zu. So entsteht ein kontinuierlicher Luftwechsel, der für ein gesundes Raumklima sorgt.

Als Vermieter:in solltest du wissen, dass eine funktionierende Lüftung nicht nur den Wohnkomfort erhöht, sondern auch Bauschäden vorbeugt. Besonders in gut gedämmten Neubauten oder sanierten Altbauten ist eine kontrollierte Wohnraumlüftung oft unverzichtbar geworden.

Warum Wohnraumlüftung wichtig ist

Der regelmäßige Luftaustausch in Wohnräumen erfüllt mehrere wichtige Funktionen. Durch das Atmen, Kochen, Duschen und andere alltägliche Aktivitäten entsteht Feuchtigkeit, die aus den Räumen abtransportiert werden muss. Gleichzeitig reichert sich verbrauchte Luft mit CO₂ an, was zu Müdigkeit und Konzentrationsschwäche führen kann.

Für dich als Vermieter:in ist besonders relevant, dass eine unzureichende Lüftung zu Schimmelbildung führen kann. Schimmel entsteht vor allem dann, wenn warme, feuchte Luft auf kalte Oberflächen trifft und dort kondensiert. In modernen, luftdichten Gebäuden steigt die Luftfeuchtigkeit ohne ausreichende Lüftung kontinuierlich an, was das Schimmelrisiko deutlich erhöht. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung beugt diesem Problem vor und schützt damit die Bausubstanz deiner Immobilie.

Lesetipp: Wie Schimmel entsteht und wie du ihn vermeiden kannst findest du im Artikel Schimmel in der Wohnung

Tipp: Eine gut funktionierende Lüftung kann bei Neubauten und Sanierungen ein echtes Verkaufsargument sein. Mieter:innen schätzen den Komfort und die niedrigeren Heizkosten durch Wärmerückgewinnung.

Wohnraumlüftung.
Wohnraumlüftung.
Wohnraumlüftung.

Natürliche vs. kontrollierte Wohnraumlüftung

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen natürlicher und kontrollierter Wohnraumlüftung. Die natürliche Lüftung erfolgt durch manuelles Öffnen der Fenster. In Altbauten mit weniger dichten Gebäudehüllen funktioniert diese Form der Lüftung meist ausreichend. Der Nachteil liegt auf der Hand: Sie ist unkontrolliert, wetterabhängig und führt zu hohen Energieverlusten.

Die kontrollierte Wohnraumlüftung arbeitet mit mechanischen oder ventilatorgestützten Systemen, die einen kontinuierlichen und bedarfsgerechten Luftaustausch sicherstellen. Diese Anlagen laufen permanent im Hintergrund und passen die Luftmenge an die tatsächlichen Bedürfnisse an. Moderne Systeme verfügen über Sensoren, die Luftfeuchtigkeit und CO₂-Gehalt messen und die Lüftungsleistung entsprechend regeln.

Der große Vorteil kontrollierter Systeme liegt in ihrer Effizienz. Systeme mit Wärmerückgewinnung können bis zu 90 Prozent der Wärme aus der Abluft zurückgewinnen und auf die frische Zuluft übertragen. Das senkt die Heizkosten spürbar und macht sich besonders bei energieeffizienten Gebäuden bezahlt.

Wichtig: In Neubauten und umfassend sanierten Gebäuden ist eine kontrollierte Lüftung nach den OIB-Richtlinien oft vorgeschrieben. Die hohe Luftdichtheit dieser Gebäude macht eine mechanische Lüftung notwendig, um Feuchteschäden zu vermeiden.

Lesetipp: Wie du oder deine Mieter richtig lüften, um Schimmel zu vermeiden erfhärst du im Artikel Richtig lüften im Winter: So vermeidest du Schimmel

Welche Arten von Wohnraumlüftungen gibt es?

Bei Lüftungsanlagen hast du als Vermieter:in die Wahl zwischen verschiedenen Systemen, die sich in Aufbau, Funktionsweise und Kosten unterscheiden. Die richtige Entscheidung hängt von mehreren Faktoren ab: Handelt es sich um einen Neubau oder eine Sanierung? Wie groß ist die Immobilie? Welches Budget steht zur Verfügung?

Zentrale Lüftungsanlagen

Bei einer zentralen Lüftungsanlage versorgt ein einziges Gerät die gesamte Wohnung oder das ganze Gebäude mit frischer Luft. Das zentrale Lüftungsgerät ist meist im Keller, auf dem Dachboden oder in einem Technikraum untergebracht. Von dort aus führen Lüftungskanäle in alle Räume, die belüftet werden sollen.

Diese Art der Lüftung eignet sich besonders für Neubauten, da die notwendigen Kanäle bereits in der Planungsphase berücksichtigt und in Decken oder Wänden verlegt werden können. Der große Vorteil liegt in der gleichmäßigen und effizienten Belüftung aller Räume. Zentrale Anlagen arbeiten sehr leise, da das Hauptgerät räumlich getrennt von den Wohnräumen installiert ist. Zudem ermöglichen sie eine hocheffiziente Wärmerückgewinnung, was die Heizkosten deutlich senkt. Der Nachteil liegt in den höheren Anschaffungs- und Installationskosten sowie der aufwendigeren Wartung.

Tipp: Zentrale Lüftungsanlagen rechnen sich vor allem bei größeren Objekten mit mehreren Wohneinheiten. Durch die zentrale Wartung sparst du langfristig Zeit und Aufwand.

Dezentrale Lüftungsanlagen

Im Gegensatz zu zentralen Systemen arbeiten dezentrale Lüftungsanlagen raumweise. In jedem zu belüftenden Raum wird ein eigenes Lüftungsgerät installiert, das durch die Außenwand nach draußen führt. Diese Geräte saugen verbrauchte Luft ab und führen gleichzeitig frische Außenluft zu.

Dezentrale Anlagen sind besonders für Sanierungen und Bestandsgebäude interessant, da sie ohne aufwendige Kanalverlegung auskommen. Die Installation ist vergleichsweise einfach: Es muss lediglich ein Loch durch die Außenwand gebohrt werden. Das macht diese Variante deutlich kostengünstiger als zentrale Systeme. Allerdings können dezentrale Geräte je nach Modell hörbar sein, da sie sich direkt im Wohnraum befinden. Die Effizienz der Wärmerückgewinnung ist oft niedriger als bei zentralen Anlagen.

Wichtig: Achte bei dezentralen Systemen auf die Lautstärke der Geräte. Moderne Modelle arbeiten flüsterleise, ältere oder günstige Varianten können jedoch störend sein, besonders in Schlafzimmern.

Abluftanlagen vs. Zu- und Abluftanlagen

Lüftungssysteme lassen sich auch nach ihrer Funktionsweise unterscheiden. Abluftanlagen saugen verbrauchte Luft aus den Räumen ab, während frische Luft über Zuluftöffnungen in Fenstern oder Wänden nachströmt. Diese Systeme sind einfach und günstig, bieten aber keine Wärmerückgewinnung.

Zu- und Abluftanlagen hingegen arbeiten mit zwei getrennten Luftströmen. Sie saugen verbrauchte Luft ab und führen gleichzeitig kontrolliert frische Außenluft zu. Der entscheidende Vorteil liegt in der Möglichkeit zur Wärmerückgewinnung. In einem Wärmetauscher wird die Wärme aus der Abluft auf die einströmende Frischluft übertragen, ohne dass sich die beiden Luftströme vermischen. So bleibt die Wärme im Gebäude, und die Heizkosten sinken erheblich. Zu- und Abluftanlagen sind teurer in der Installation, amortisieren sich aber durch die eingesparten Heizkosten oft innerhalb weniger Jahre.

Systeme mit Wärmerückgewinnung

Die Wärmerückgewinnung ist einer der wichtigsten Vorteile moderner Lüftungsanlagen. In Österreich, wo die Heizperiode lange dauert, macht diese Technologie einen erheblichen Unterschied. Systeme mit Wärmerückgewinnung können bis zu 90 Prozent der Wärme aus der Abluft zurückgewinnen und auf die Zuluft übertragen.

Das funktioniert über einen Wärmetauscher, in dem die warme Abluft und die kalte Zuluft aneinander vorbeigeführt werden, ohne sich zu vermischen. Die Wärme wird übertragen, während Feuchtigkeit und Gerüche nach außen abgeführt werden. Besonders in Passivhäusern und energieeffizienten Neubauten sind Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung unverzichtbar. Sie tragen maßgeblich dazu bei, die strengen Anforderungen an den Energieverbrauch zu erfüllen.

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Rechtliche Anforderungen in Österreich

Als Vermieter:in musst du dich bei der Installation oder Nachrüstung einer Wohnraumlüftung an gesetzliche Vorgaben halten. In Österreich regeln vor allem die OIB-Richtlinien die Anforderungen an Lüftung und Luftqualität in Wohngebäuden. Diese Richtlinien werden von den meisten Bundesländern in ihre Bauordnungen übernommen.

OIB-Richtlinien zur Wohnraumlüftung

Die OIB-Richtlinie 3 befasst sich mit Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz und enthält konkrete Vorgaben zur Lüftung von Gebäuden. In allen Aufenthaltsräumen muss ein ausreichender Luftwechsel sichergestellt sein, entweder durch Fensterlüftung oder durch eine mechanische Lüftungsanlage.

Die Richtlinie legt einen Mindestluftwechsel von 0,4 bis 0,6 Luftwechseln pro Stunde fest. Bei sehr dichten Gebäuden reicht eine reine Fensterlüftung oft nicht mehr aus..

Wichtig: Die OIB-Richtlinien werden regelmäßig aktualisiert. Informiere dich vor Baubeginn oder einer umfassenden Sanierung über die aktuell gültigen Anforderungen in deinem Bundesland.

Wann ist eine Lüftungsanlage Pflicht?

Eine mechanische Lüftungsanlage ist nicht in jedem Fall vorgeschrieben. Generell gilt: Je dichter die Gebäudehülle, desto eher wird eine kontrollierte Lüftung zur Pflicht.

Bei Neubauten mit hohen Dämmstandards ist eine Lüftungsanlage praktisch immer erforderlich. Die moderne Bauweise mit luftdichten Fenstern und gedämmten Außenwänden lässt kaum noch natürlichen Luftaustausch zu. Ohne mechanische Lüftung steigt die Luftfeuchtigkeit schnell an, was zu Schimmelbildung führen kann.

Auch bei umfassenden Sanierungen mit neuen, dichten Fenstern kann eine Lüftungsanlage notwendig werden. In Altbauten ohne umfassende Sanierung bleibt die Fensterlüftung meist ausreichend.

Tipp: Lass dich vor größeren Sanierungs- oder Neubauprojekten von einem Energieberater oder Bauphysiker beraten. Diese Expert:innen können dir genau sagen, ob eine Lüftungsanlage notwendig ist und welches System sich für dein Objekt eignet.

Kosten einer Wohnraumlüftung

Die Kosten für eine Wohnraumlüftung variieren stark und hängen von mehreren Faktoren ab: Welches System wählst du? Handelt es sich um einen Neubau oder eine Nachrüstung? Wie groß ist die zu belüftende Fläche?

Anschaffungskosten im Überblick

Die Anschaffungskosten setzen sich aus dem Preis für die Geräte und den Installationskosten zusammen. Für eine zentrale Lüftungsanlage in einem Einfamilienhaus oder einer größeren Wohnung liegen die Kosten typischerweise zwischen 8.000 und 15.000 Euro. Bei größeren Objekten oder besonders hochwertigen Systemen können die Kosten auch deutlich höher ausfallen.

Dezentrale Lüftungsgeräte sind günstiger. Pro Raum musst du mit Kosten zwischen 1.500 und 3.000 Euro rechnen. Für eine durchschnittliche Wohnung mit drei bis vier zu belüftenden Räumen kommst du auf etwa 5.000 bis 10.000 Euro.

Tipp: Hol dir mehrere Angebote von verschiedenen Fachbetrieben ein und vergleiche nicht nur die Preise, sondern auch die angebotenen Leistungen.

Laufende Betriebs- und Wartungskosten

Moderne Lüftungsanlagen arbeiten sehr energieeffizient. Der Stromverbrauch einer zentralen Anlage liegt typischerweise bei 200 bis 400 Kilowattstunden pro Jahr, was jährlichen Kosten von 50 bis 100 Euro entspricht. Durch die Wärmerückgewinnung sparst du jedoch deutlich mehr an Heizkosten. Studien zeigen, dass sich die Heizkosten um 20 bis 30 Prozent senken lassen.

Zusätzlich fallen Kosten für den regelmäßigen Filterwechsel von etwa 50 bis 150 Euro pro Jahr an. Bei dezentralen Anlagen sollte alle ein bis zwei Jahre ein Fachbetrieb die Geräte überprüfen und reinigen, was etwa 100 bis 200 Euro pro Gerät kostet. Zentrale Lüftungsanlagen erfordern aufwendigere Wartung. Eine professionelle Kanalreinigung sollte alle drei bis fünf Jahre durchgeführt werden und kostet zwischen 500 und 1.500 Euro. Die jährliche Inspektion liegt bei etwa 150 bis 300 Euro.

Wichtig: Die Betriebskosten einer Lüftungsanlage können je nach Anwendungsgebiet teilweise auf die Mieter:innen umgelegt werden, da sie zu den Betriebskosten im Sinne des Mietrechtsgesetzes zählen.

Lesetipp: Wie du Betriebskosten korrekt abrechnest, erfährst du in unserem Artikel über Betriebskosten.

Fördermöglichkeiten in Österreich

In Österreich gibt es verschiedene Förderprogramme, die die Anschaffung einer Wohnraumlüftung finanziell unterstützen. Die Bundesländer bieten unterschiedliche Programme an, bei denen Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung im Rahmen der Wohnbauförderung oder spezieller Sanierungsförderungen bezuschusst werden. Die Förderhöhe liegt oft zwischen 20 und 40 Prozent der förderfähigen Kosten.

Um Förderungen zu erhalten, musst du den Antrag in der Regel vor Beginn der Baumaßnahmen stellen. Informiere dich frühzeitig bei der zuständigen Wohnbauförderungsstelle deines Bundeslandes über die aktuellen Programme.

Wichtig: Die Förderlandschaft ändert sich regelmäßig. Lass dich gegebenenfalls von einem Energieberater unterstützen, der sich mit den Förderrichtlinien auskennt.

Wartung und Instandhaltung

Eine Wohnraumlüftung funktioniert nur dann zuverlässig und effizient, wenn sie regelmäßig gewartet wird. Vernachlässigte Wartung führt nicht nur zu höheren Betriebskosten und schlechterer Luftqualität, sondern kann auch gesundheitliche Risiken mit sich bringen.

Wartungsintervalle und Filterwechsel

Der wichtigste Wartungsschritt ist der regelmäßige Filterwechsel. Die Filter halten Staub, Pollen und andere Partikel aus der Zuluft zurück. Mit der Zeit setzen sich die Filter zu, was die Luftqualität verschlechtert und den Stromverbrauch erhöht.

Je nach System sollten die Filter alle drei bis sechs Monate gewechselt oder gereinigt werden. Moderne Lüftungsanlagen zeigen oft automatisch an, wann ein Filterwechsel fällig ist. Neben dem Filterwechsel sollte die gesamte Anlage mindestens einmal jährlich von einem Fachbetrieb inspiziert werden. Diese Wartung kostet bei zentralen Anlagen etwa 150 bis 300 Euro.

Tipp: Dokumentiere alle Wartungsarbeiten sorgfältig. Das hilft dir bei der Betriebskostenabrechnung und beim Nachweis deiner Erhaltungspflichten.

Professionelle Reinigung der Lüftungskanäle

Bei zentralen Lüftungsanlagen ist eine regelmäßige Reinigung der Lüftungskanäle unerlässlich. In den Kanälen können sich Staub, Schmutz und sogar Schimmelsporen ablagern. Die Reinigung sollte alle drei bis fünf Jahre durch einen Fachbetrieb erfolgen und kostet zwischen 500 und 1.500 Euro. Bei dezentralen Anlagen entfällt dieser Aufwand weitgehend.

Wichtig: Als Vermieter:in bist du verpflichtet, für eine hygienisch einwandfreie Anlage zu sorgen. Vernachlässigung kann im Schadensfall zu Haftungsfragen führen.

Häufige Probleme und deren Behebung

Ein verbreitetes Problem ist eine zu geringe Luftleistung, oft verursacht durch verschmutzte Filter. Ein Filterwechsel behebt das Problem meist sofort. Unangenehme Gerüche entstehen durch verschmutzte Filter oder Ablagerungen in den Kanälen und erfordern eine gründliche Reinigung. Laute Betriebsgeräusche weisen auf mechanische Probleme hin und sollten von einem Fachbetrieb geprüft werden.

Tipp: Informiere deine Mieter:innen bei Mietbeginn über die Funktion der Lüftungsanlage und welche Probleme sie dir melden sollten.

Pflichten von Vermieter:innen

Als Vermieter:in trägst du die Verantwortung dafür, dass eine vorhandene Lüftungsanlage funktionsfähig bleibt und die Gesundheit deiner Mieter:innen nicht gefährdet.

Erhaltungspflichten bei Lüftungsanlagen

Eine Lüftungsanlage gehört zu den wesentlichen Bestandteilen einer Mietwohnung und fällt unter deine allgemeine Erhaltungspflicht. Das bedeutet, dass du für größere Reparaturen und Instandsetzungen aufkommen musst. Wenn ein Ventilator ausfällt, die Steuerungselektronik defekt ist oder die Lüftungskanäle verschmutzt sind, musst du für die Behebung sorgen.

Eine nicht funktionierende Lüftungsanlage kann als Mangel der Mietsache gelten und zur Mietzinsminderung berechtigen.

Wer trägt die Wartungskosten?

Die Betriebskosten einer Lüftungsanlage wie Stromkosten und Filterwechsel können unter bestimmten Bedinungen auf die Mieter:innen umgelegt werden. Größere Instandhaltungsmaßnahmen wie die Kanalreinigung oder der Austausch defekter Ventilatoren fallen jedoch unter deine Erhaltungspflicht und müssen von dir getragen werden.

Tipp: Informiere deine Mieter:innen bereits bei Vertragsabschluss über die anfallenden Betriebskosten.

Information der Mieter:innen

Eine Lüftungsanlage funktioniert nur optimal, wenn sie richtig bedient wird. Gib bei der Wohnungsübergabe eine kurze Einweisung und erkläre, wie die Anlage funktioniert und welche Probleme gemeldet werden sollten. Eine schriftliche Bedienungsanleitung ist ebenfalls hilfreich.

Tipp: Erstelle ein kurzes Infoblatt zur Lüftungsanlage für neue Mieter:innen.

Wohnraumlüftung bei Neubau vs. Sanierung

Die Entscheidung für ein bestimmtes Lüftungssystem hängt stark davon ab, ob du einen Neubau planst oder eine bestehende Immobilie sanierst.

Planung im Neubau

Im Neubau hast du den Vorteil, dass du die Lüftungsanlage von Anfang an in die Gebäudeplanung integrieren kannst. Moderne Neubauten sind so dicht gebaut, dass eine kontrollierte Wohnraumlüftung praktisch unverzichtbar ist.

Die beste Wahl im Neubau ist meist eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Die Lüftungskanäle können bereits in der Bauphase eingeplant und verlegt werden, was Kosten spart und für eine saubere Installation sorgt. Binde frühzeitig einen Fachplaner ein, der die Anlage richtig dimensioniert und die Kanalführung optimal plant.

Tipp: Bei mehreren Wohneinheiten kann eine zentrale Lüftungsanlage für das gesamte Gebäude besonders wirtschaftlich sein.

Nachrüstung im Bestand

Die nachträgliche Installation einer Lüftungsanlage ist aufwendiger, aber oft notwendig. Besonders wenn du neue, dichte Fenster einbaust oder die Fassade dämmst, kann eine mechanische Lüftung erforderlich werden.

Im Bestand sind dezentrale Lüftungsanlagen meist die praktischere Lösung. Sie benötigen keine Lüftungskanäle und können raumweise installiert werden. Für jedes Gerät muss lediglich ein Loch durch die Außenwand gebohrt werden. Achte bei der Geräteauswahl auf die Lautstärke, besonders für Schlafräume sollten Geräte unter 25 Dezibel liegen.

Wichtig: Wenn du im Zuge einer Sanierung neue Fenster einbaust, prüfe unbedingt, ob eine Lüftungsanlage notwendig wird. Die erhöhte Dichtheit kann sonst zu Schimmelproblemen führen.

Fazit für Vermieter:innen

Eine Wohnraumlüftung ist weit mehr als nur eine technische Spielerei. Sie schützt deine Immobilie vor Feuchteschäden und Schimmel, senkt die Heizkosten durch Wärmerückgewinnung und erhöht den Wohnkomfort für deine Mieter:innen erheblich. Besonders in modernen, dicht gebauten Gebäuden ist eine kontrollierte Lüftung heute unverzichtbar.

Die Wahl des richtigen Systems hängt von verschiedenen Faktoren ab. Im Neubau sind zentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung die erste Wahl, während im Bestand dezentrale Systeme oft die praktischere und wirtschaftlichere Lösung darstellen. Die Investitionskosten amortisieren sich durch geringere Heizkosten und den Schutz der Bausubstanz meist innerhalb weniger Jahre.

Als Vermieter:in solltest du die Wartung der Anlage ernst nehmen und deine Mieter:innen gut informieren. Eine funktionierende Lüftung sorgt für zufriedene Mieter:innen, die länger bleiben und deine Immobilie pfleglich behandeln. Informiere dich frühzeitig über Fördermöglichkeiten in deinem Bundesland und hole dir bei größeren Projekten professionelle Beratung.

Häufig gestellte Fragen zu diesem Thema

Hier findest du alle Antworten auf die wichtigsten Fragen zu diesem Thema.

Ist eine Lüftungsanlage in Altbauten sinnvoll?

Können Mieter:innen die Lüftungsanlage selbst ausschalten?

Was passiert, wenn die Lüftungsanlage ausfällt?

Wie laut ist eine Wohnraumlüftung im Betrieb?

Können die Kosten für die Lüftungsanlage steuerlich geltend gemacht werden?

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Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte wende dich bei rechtlichen Fragen oder individuellen Anliegen an eine qualifizierte Rechtsberatung. Trotz sorgfältiger Recherche kann keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen übernommen werden. Eine Haftung für direkte oder indirekte Schäden, die aus der Nutzung der Informationen entstehen, ist, soweit zulässig, ausgeschlossen. Weitere Hinweise und der vollständige Haftungsausschluss sind im Impressum einsehbar.

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