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Vermieten an Expats & Business-Nomaden: Der Guide für Rendite in Österreich

Du willst an Expats oder Business-Nomaden vermieten? Erfahre alles über die Lage in Österreich, optimale Ausstattung & wie du höhere Mieten erzielen kannst

Johannes Reichl

Veröffentlicht von

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Das Titelbild zeigt den Titel "Vermieten an Expats & Business-Nomaden", den Untertitel "Der Gzide für Rendite in Österreich" sowie das Flatwise Logo.
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Wenn du als Vermieter:in in Österreich nach Wegen suchst, deine Rendite zu optimieren, ohne dich in riskante Spekulationen zu stürzen, dann ist die Zielgruppe der Expats und Business-Nomaden dein „Hidden Champion“. In Städten wie Wien, Graz oder Linz wächst der Bedarf an hochwertigem, zeitlich befristetem Wohnraum stetig. Diese Mieter:innen kommen meist für internationale Konzerne, Forschungseinrichtungen oder als hochspezialisierte Selbstständige nach Österreich. Sie suchen keine leere Wohnung, sondern ein „Zuhause auf Zeit“, das sofort bezugsfertig ist.

Für dich bedeutet das: Du kannst durch die Möblierung und zusätzliche Services deutlich höhere Mietzinse erzielen als bei einer klassischen Standardvermietung. Doch Vorsicht, wer an Expats vermietet, muss die Fallstricke des österreichischen Mietrechts (MRG) und die steuerlichen Besonderheiten genau kennen. In diesem Guide zeigen wir dir, wie du diese Rendite erwirtschaftest, ohne ins Schleudern zu geraten. Bevor du jedoch deine Wohnung für internationale Gäste fit machst, solltest du prüfen, ob dein Inserat überhaupt die richtigen Signale sendet.

Lesetipp: Wohnungsbesichtigung organisieren: Sammeltermin oder Einzeltermin?

Wer sind Expats und Business-Nomaden?

Bevor du deine Wohnung für internationale Gäste fit machst, musst du verstehen, wen du eigentlich ansprichst. In Österreich, besonders in Städten wie Wien mit seinen zahlreichen internationalen Organisationen (UNO, IAEO) oder in Industriezentren wie Linz und Graz, wächst diese Mietergruppe stetig.

Was unterscheidet Expats von klassischen Mieter:innen?

Expats (kurz für Expatriates) sind Fach- oder Führungskräfte, die von ihrem Unternehmen für einen befristeten Zeitraum (meist ein bis drei Jahre) nach Österreich entsandt werden. Sie verfügen oft über ein überdurchschnittliches Einkommen, und nicht selten übernimmt der Arbeitgeber die Mietkosten oder zahlt einen großzügigen Wohnkostenzuschuss.

Business-Nomaden hingegen sind oft hochspezialisierte Selbstständige oder IT-Expert:innen, die ortsunabhängig arbeiten und für einige Monate in einer Stadt bleiben, um Projekte vor Ort zu betreuen oder die Lebensqualität in Österreich zu genießen. Da diese Mieter:innen oft nur für begrenzte Zeit in Österreich sind, ist ihre Bonität meist hervorragend. Oft fungiert sogar das entsendende Unternehmen als Vertragspartner oder Bürge, was dein Mietausfallrisiko nahezu auf null senkt.

Wichtiger Hinweis: Beide Gruppen haben eines gemeinsam, sie suchen keine leere Wohnung, in der sie erst mühsam eine Küche einbauen oder Möbel kaufen müssen. Sie suchen ein „Ready-to-move-in“-Paket. Für dich als Vermieter:in bedeutet das, du vermietest nicht nur eine Wohnung, sondern Zeitersparnis und Komfort.

Rechtlicher Rahmen in Österreich: Kurzzeitmiete & MRG

Wenn du in Österreich an Expats oder Business-Nomaden vermietest, bewegst du dich oft im Bereich der befristeten Vermietung. Doch Vorsicht: „Kurzzeitmiete“ ist in Österreich kein Freibrief, um das Mietrechtsgesetz (MRG) zu umgehen. Du musst genau unterscheiden, ob du eine klassische Wohnungsmiete oder eine gewerbliche Beherbergung anbietest.

Die Abgrenzung: Miete vs. Beherbergung

In Österreich gilt eine Vermietung dann als Beherbergung (ähnlich wie ein Hotel oder Apartmenthaus), wenn du neben dem Wohnraum auch „beherbergungstypische Dienstleistungen“ anbietest. Dazu zählen zum Beispiel die regelmäßige Reinigung der Wohnung während des Aufenthalts, das Bereitstellen von frischer Bettwäsche oder ein Frühstücksservice. In diesem Fall unterliegst du der Gewerbeordnung und musst entsprechende Abgaben (z. B. Ortstaxe) leisten.

Vermietest du hingegen nur die möblierte Wohnung ohne diese Zusatzservices, handelt es sich um eine Raummiete. Hier greift in den meisten Fällen das MRG, meist entweder voll oder teil.

In Wien und anderen Ballungszentren musst du zudem die vorherrschende Rechtslage (Bauordnung) prüfen. Die kurzfristige Vermietung zu Beherbergungszwecken in Wohnzonen wurde 2024/2025 stark eingeschränkt. Stelle sicher, dass deine Expat-Vermietung rechtlich als Raummiete (mit Wohnsitzbegründung) und nicht als illegales Gewerbe eingestuft wird.

Befristungsregeln: Die 3-Jahres oder 5-Jahres Grenze

Wohnungsmietverträge müssen auf mindestens drei oder fünf Jahre befristet sein. Seit 2026 müssen Vermieter:innen, die als Unternehmer:innen (KSchG) gelten, Verträge auf mindestens fünf Jahre befristet abschließen. Für private Vermieter:innen bleibt es bei einer Befristung von mindestens drei Jahren. Wer diese Fristen unterschreitet, riskiert einen ungewollten unbefristeten Mietvertrag. Für Expats, die kürzer bleiben wollen, ist die einvernehmliche Auflösung oder das Mieter-Kündigungsrecht nach einem Jahr der sicherste Weg.

Wichtiger Hinweis: Es gibt eine Ausnahme für „Zweitwohnungen zu Zwecken der Erholung oder der Freizeitgestaltung“ sowie für die vorübergehende Nutzung durch berufsbedingte Aufenthalte (z. B. Business-Nomaden für wenige Monate). Hier kann das MRG unter bestimmten Voraussetzungen komplett ausgeschlossen werden. Lass dich hierzu im Zweifel rechtlich beraten, um die „Unbefristet-Falle“ zu vermeiden.

Lesetipp: Mietvertrag richtig aufsetzen – So vermeidest du Probleme


Moderner Wohnbereich, in dem ein Vermieter einer Person mit Trolley-Koffer die Wohnung zeigt, beide von hinten, stilvolle Einrichtung mit viel Tageslicht.
Moderner Wohnbereich, in dem ein Vermieter einer Person mit Trolley-Koffer die Wohnung zeigt, beide von hinten, stilvolle Einrichtung mit viel Tageslicht.

Ausstattung & Service: Was Expats wirklich erwarten

Wenn du an Expats vermietest, verkaufst du nicht nur Wohnraum, sondern Bequemlichkeit. Diese Mieter:innen kommen oft mit wenig Gepäck in Österreich an und wollen am ersten Tag einziehen, den Laptop aufklappen und loslegen. Eine spartanisch eingerichtete Wohnung mit alten Möbeln wird diese Zielgruppe nicht überzeugen.

Checkliste: Die „Expat-Ready“-Ausstattung

Damit deine Wohnung für internationale Fachkräfte attraktiv ist, sollte sie 2026 folgende Standards erfüllen:

  • High-Speed-Internet: Das ist das absolute K.O.-Kriterium. Ohne stabiles WLAN (idealerweise Glasfaser) wird kein Business-Nomade bei dir einziehen.

  • Vollausgestattete Küche: Geschirr, Besteck, Töpfe, Wasserkocher und eine hochwertige Kaffeemaschine (Nespresso oder Vollautomat) gehören zum Standard.

  • Homeoffice-Ecke: Ein ergonomischer Schreibtisch und ein bequemer Bürostuhl sind heute wichtiger als ein großes Sofa.

  • Bettwäsche & Handtücher: Ein „Starter-Set“ an Textilien macht den Einzug stressfrei.

  • Waschmaschine & Trockner: In Österreich ist das in der Wohnung (oder zumindest im Haus) für Expats eine Grundvoraussetzung.

Der Möblierungszuschlag: Wie du rechtssicher kalkulierst

In Österreich darfst du für die Überlassung von Einrichtungsgegenständen einen Möblierungszuschlag, oft auch Möbelmiete genannt, verlangen. Dieser wird zusätzlich zum Hauptmietzins verrechnet.

Der Zuschlag muss angemessen sein. In der Praxis in Österreich orientiert man sich oft an einer jährlichen Abschreibung der Anschaffungskosten (ca. 10 % pro Jahr) plus einer kleinen Gewinnspanne. Achte darauf, dass der Möblierungszuschlag im Mietvertrag separat ausgewiesen wird und beachte die richtige Umsatzsteuer. So bleibt deine Kalkulation für die Mieter:innen (und im Falle einer Prüfung durch die Schlichtungsstelle) transparent.

Tipp: Investiere in zeitloses, hochwertiges Design. Günstige Möbel nutzen sich bei häufigeren Mieterwechseln schnell ab. Hochwertige Stücke steigern nicht nur den Wohlfühlfaktor, sondern lassen sich auch steuerlich über die Absetzung für Abnutzung (AfA) geltend machen.

Lesetipp: Anlegerwohnung kaufen: So gelingt die Vermietung als Investment

Marketing-Strategie: Wo findest du deine Premium-Mieter:innen?

Wenn du deine Wohnung in Österreich an Expats oder Business-Nomaden vermarktest, reicht ein Inserat auf den klassischen Immobilienportalen wie Willhaben oft nicht aus. Deine Zielgruppe sucht oft schon von ihrem Heimatland aus oder lässt sich von Relocation-Agenturen unterstützen.

Die Bedeutung von englischsprachigen Inseraten

Deine Zielgruppe spricht in der Regel Englisch. Ein Inserat, das nur auf Deutsch verfasst ist, wird von Expats oft gar nicht erst wahrgenommen oder wirkt unprofessionell. Investiere in eine hochwertige Übersetzung und erstelle dein Inserat zweisprachig.

Wichtig: Verwende in deinen Anzeigen die richtigen Keywords, nach denen Expats in Österreich suchen: „Ready-to-move-in“, „Furnished Apartment“, „Close to UNO/IAEO“ (in Wien) oder „Business-Ready“. Erwähne auch die Entfernung zu internationalen Schulen oder großen Arbeitgebern in der Region.

Kanäle jenseits von Immobilienportalen

  • LinkedIn: Nutze dein Netzwerk oder spezialisierte Gruppen für Expats in Österreich. Viele Fachkräfte suchen hier direkt nach Empfehlungen.

  • Relocation-Agenturen: In Städten wie Wien, Graz und Linz gibt es Agenturen, die Fachkräfte beim Umzug nach Österreich unterstützen. Kontaktiere diese Agenturen aktiv und biete dein Objekt an. Sie sind oft froh über hochwertige, möblierte Wohnungen für ihre Klient:innen.

  • Spezialisierte Portale: Es gibt internationale Plattformen für „Corporate Housing“ oder „Short-term Rental“, auf denen Expats gezielt nach möblierten Apartments suchen.

Tipp: Lass professionelle Fotos von deiner Wohnung machen. Ein Expat, der die Wohnung nicht vor Ort besichtigen kann, entscheidet rein nach den Bildern. Ein virtueller 3D-Rundgang oder ein Video-Call zur Besichtigung sind im Jahr 2026 der Standard, um Vertrauen zu schaffen.

Lesetipp 1: Wohnung für Vermietung vorbereiten – Kostenlose Checkliste für Vermieter

Lesetipp 2: Wohnungsbesichtigung organisieren: Sammeltermin oder Einzeltermin?

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Rendite-Check: Lohnt sich der Mehraufwand?

Das Vermieten an Expats und Business-Nomaden in Österreich wird oft als Goldgrube dargestellt. Tatsächlich kannst du durch die Möblierung und die spezialisierte Zielgruppe deutlich höhere Bruttomieten erzielen (insofern mietrechtlich zulässig), oft liegen diese 20 % bis 40 % über dem lokalen Marktdurchschnitt für unmöblierte Wohnungen. Doch als Vermieter:in musst du die Rechnung bis zum Ende führen. Beachte bei deiner Kalkulation, dass die gesetzliche Mietpreisbremse (5. MILG/MieWeG) die Indexanpassungen im MRG-Vollanwendungsbereich für dieses Jahr auf 1 % bzw. 2027 auf 2 % begrenzt, du kannst die VPI-Steigerungen also nicht nach Belieben weitergeben. Ebenso gelten auch für die Teilanwendung neue Regelungen mit einer Begrenzung (Parallelrechnung).

Vergleich: Klassische Vermietung vs. Expat-Vermietung (Beispiel 60 m² Wien)

Posten

Klassische Vermietung (unmöbliert)

Expat-Vermietung (möbliert)

Monatliche Kaltmiete

€ 900

€ 1.250

Möblierungszuschlag

€ 0

€ 150

Gesamteinnahmen (p.m.)

€ 900

€ 1.400

Investitionskosten Möbel

€ 0

€ 15.000 (einmalig)

Instandhaltung Möbel (p.a.)

€ 0

€ 500

Fluktuationskosten (p.a.)

Gering (Mieter:in bleiben 5 Jahre)

Höher (Wechsel alle 6 Monate-2 Jahre)

Die Risiken im Blick behalten

Die höhere Rendite erkaufst du dir durch zwei Faktoren:

  1. Höhere Fluktuation: Expats bleiben selten länger als drei Jahre. Das bedeutet für dich häufigere Mieterwechsel, mehr Besichtigungstermine und ein potenziell höheres Leerstandsrisiko zwischen den Vermietungen.

  2. Abnutzung: Möbel und Ausstattung nutzen sich ab und müssen regelmäßig erneuert werden, um den Premium-Standard zu halten.

Tipp: Wenn du den Aufwand scheust, kannst du eine spezialisierte Agentur mit der Vermietung beauftragen. Diese verlangt zwar eine Gebühr (meist 10-15 % der Miete), kümmert sich aber um alles, vom Inserat auf Englisch bis zur Schlüsselübergabe. Selbst nach Abzug dieser Kosten bleibt die Rendite bei Expat-Wohnungen in Top-Lagen meist über der einer Standardvermietung.

Lesetipp: Finanzierungen für Anlegerwohnungen in Österreich seit Juli 2025

Moderner Wohnbereich einer Wohnung, in dem ein Geschäftsmann am Esstisch sitzt und konzentriert an seinem Laptop arbeitet, mit viel Tageslicht und minimalistischem Interior.
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Fazit: Dein Weg zum Expat-Vermieter in Österreich

Das Vermieten an Expats und Business-Nomaden ist im Jahr 2026 eine der spannendsten Strategien für Vermieter:innen in Österreich, die mehr aus ihrem Immobilien-Investment herausholen wollen. Durch die gezielte Ausrichtung auf eine internationale, solvente Zielgruppe und die Bereitstellung einer „Ready-to-move-in“-Lösung kannst du deutlich höhere Mietzinse erzielen als bei einer Standardvermietung.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Kombination aus hochwertiger Ausstattung, einer rechtssicheren Vertragsgestaltung (Stichwort: Befristung im MRG) und einer gezielten Vermarktung auf Englisch. Auch wenn der Verwaltungsaufwand durch häufigere Mieterwechsel etwas höher ist, wird dies durch die exzellente Mieterbonität und die steuerlichen Vorteile des Möblierungszuschlags mehr als ausgeglichen. Wenn du bereit bist, deine Wohnung als Service-Produkt zu verstehen, ist der Expat-Markt dein idealer Renditenmöglichkeit.

Häufig gestellte Fragen zu diesem Thema

Hier findest du alle Antworten auf die wichtigsten Fragen zu diesem Thema.

Darf ich in Österreich für Möbel eine höhere Miete verlangen?

Gilt das Mietrechtsgesetz (MRG) auch bei Kurzzeitvermietung an Expats?

Muss ich ein Gewerbe anmelden, wenn ich an Expats vermiete?

Was ist das größte Risiko beim Vermieten an Business-Nomaden?

Wie finde ich internationale Mieter:innen für meine Wohnung in Österreich?

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Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte wende dich bei rechtlichen Fragen oder individuellen Anliegen an eine qualifizierte Rechtsberatung. Trotz sorgfältiger Recherche kann keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen übernommen werden. Eine Haftung für direkte oder indirekte Schäden, die aus der Nutzung der Informationen entstehen, ist, soweit zulässig, ausgeschlossen. Weitere Hinweise und der vollständige Haftungsausschluss sind im Impressum einsehbar.

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